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Biodiversität

EU-Ausschuss: 'Strengere Kontrollen der Naturschutzrichtlinien'

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Katharina Krenn , agrarheute
am
13.01.2016

Der Verlust der biologischen Vielfalt schreitet voran, so das Fazit des EU-Umweltaussschusses. Laut einer Grünen-Studie sind mittlerweile auch „Allerweltsarten“ wie der Grashüpfer bedroht. Es müsse demnach noch mehr für den Artenschutz getan werden.

Der Feldgrashüpfer: eine bedrohte Tierart? © Gilles/Wikipedia

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat gestern seinen 'Bericht über die Zwischenbewertung der Strategie der EU zur Erhaltung der biologischen Vielfalt' abgestimmt. Der Bericht gilt als Beitrag zum Fitness-Check der EU-Naturschutzrichtlinien. In dem Bericht weist der Umweltausschuss daraufhin, dass noch mehr getan werden muss, um einen weiteren Verlust von Artenvielfalt aufzuhalten. Laut Martin Häusling, Grünen-Abgeordneter und Ausschussmitlied seien nicht die Richtlinien, sondern ihre Umsetzung und Kontrolle mangelhaft.

Grünen-Studie: "Keine Grashüpfer mehr"

In dem Studienbericht "Die (un-)heimliche Arten-Erosion", die der Europa-Abgeordneten Martin Häusling (Grüne) in Auftrag gegeben hatte, folgert der Autor Stephan Börnecke: Während Vorzeigearten wie Kranich oder Seeadler "gehätschelt" würden, seien zunehmend die "Allerweltsarten" bedroht. So gebe es etwa in Hessen zum Beispiel "praktisch keine" Feldgrashüpfer mehr, heißt es unter Berufung auf Biologen. Dem Bericht nach hätten sich auch Bestände von 15 von 20 typischen Brutvögeln in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen kontinuierlich reduziert, in Einzelfällen um die Hälfte seit 1980. Auch Rebhuhn und Grauammer hätten gelitten. Vieles lasse sich jedoch schwer belegen, da Vergleichszahlen von früher fehlten.

DBV: Landwirte engagieren sich im Naturschutz

Ein Sprecher des Deutschen Bauernverbands erklärte auf Anfrage gegenüber der Deutschen Presseagentur, man wisse um die Probleme einiger Arten mit manchen Anbaustrategien. Landwirte würden aber zum Artenschutz beitragen, etwa mit freiwilligen Naturschutzkooperationen oder der Einrichtung von Lerchenfenstern, Lücken im Feld für den Nestbau oder die Futtersuche. Auch das EU-Programm "Greening" sei hierzulande sehr gut angenommen worden. In der Grünen-Studei wird das "Greening" als "Totalausfall" bezeichnet, da die Regeln zu lasch seien.

 

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

Wolf
Am 7. Januar 2015 begegnete einem Förster in der Nähe von Munster (Niedersachsen) ein achtköpfiges Wolfsrudel. Glücklicherweise hatte er seine Kamera dabei. © R. de Mol
Wolf
Im Juli 2014 konnte mit einer Fotofalle diese Aufnahme eines Wolfspaares im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) gemacht werden. © Landesjägerschaft Niedersachsen / Olaf Kuball
Wolf
Bei diesem Fallen-Schnappschuss handelt es sich um einen Wolf aus dem Nieskyer Rudel. Es bewohnt das Gebiet im Landkreis Niesky in der Oberlausitz (Sachsen). 2014 sollen mindestens 4 Welpen geboren worden sein. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
Im Juli 2014 wurden zwei Jährlinge des Nochtener Rudels abgelichtet. Das Rudel lebt vorwiegend im Tagebaugebiet Reichwalde in der Oberlausitz. Bei sogenannten Jährlingen handelt es sich um einjährige Jungtiere. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
Einsamer Wolf? Eher nicht - dieser Grauhund stammt vom dem Nochtener Rudel aus der Oberlausitz. Er tappt Ende November 2014 in die Fotofalle. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
7. März 2016: Im nördlichen Landkreis Starnberg ist letzte Woche am Montag ein Wolf fotografiert worden. Die Aufnahme stammt von einer routinemäßigen Kontrolle der automatischen Kamera. Das Tier weist dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zufolge wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf, die es eindeutig von einem Hund unterscheiden. Das Landesamt für Umwelt soll aktuell die Aufnahme auswerten. © BLU
Wolf
Anfang Mai 2016 fotografierte ein Autofahrer diesen Wolf. Es ist der erste Bildnachweis aus Baden-Württemberg. Der Grauhund wanderte auf der Baarhochmulde zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alp. © privat
Wolf
April 2016: Bei der Kontrolle einer Wildtier-Kamera im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen) wurde dieses Foto entdeckt. Die Aufnahme vom 17. April zeigt eindeutig einen Wolf: das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf. © NPVBW
Wolf
Juli 2016: Im Raum Göhrde, Landkreis Lüchow-Dannenberg, konnte das neunte Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Seit dem Jahr 2015 war dort ein territoriales Paar bestätigt, nun gelang mittels Fotos der Nachweis von mindestens sechs Wolfswelpen. © Gerhard Stark/LJN
Wolfswelpen
September 2016: In der Ueckermünder Heide tappten diese drei Wolfswelpen in die Fotofalle. © Bundesforstbetrieb BImA/Jüttner
4 Wolfswelpen
August 2016: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide nahm eine Fotofalle diesen Schnappschuss mit 4 Welpen auf. © BFB/Trave/BImA/N. Stier
Wolf mit Waschbär
Dezember 2016: Ein Spaziergänger fotografierte diesen Wolf mit Waschbär-Beute im Maul am Waldrand von Afferde bei Hameln. © Thomas Fietzek
Wölfe
Januar 2017: In der Kalißer Heide tappten diese fünf Wölfe in eine Fotofalle. Die Aufnahme bestätigt nun offiziell die Existenz eines weiteren Wolfsrudels in Mecklenburg-Vorpommern. © Forstamt Kaliß
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