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Pflanzenschutz

EU-Gesetzesnovelle: 75 Pflanzenschutz-Wirkstoffe könnten wegfallen

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Katharina Krenn, agrarheute
am
25.10.2016

Die EU erwägt eine Umstellung bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln von einem risiko- auf den gefahrenbasierten Ansatz. Das könnte den Verlust von 75 Wirkstoffen bedeuten.

Wie eine aktuelle EU-Studie zu den 'Auswirkungen von gefahrenbasierter Gesetzgebung für Pflanzenschutzmittel‘ zeigt, würde die geplante Gesetzesnovellierung bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, spürbare Folgen für die Landwirtschaft haben.

Die EU plant bei der Frage der Zulassung sich zukünftig nicht mehr auf einen risiko-, sondern einen gefahrenbasierten Ansatz zu beziehen. Das bedeutet, dass bei der Bewertung eines Wirkstoffs nicht mehr das Risiko, sondern eine eventuelle Gefahr ausschlaggebend ist. Während ein „Risiko“ erst dann besteht, wenn beispielsweise der Mensch mit einem gefährlichen Stoff  in Kontakt kommt - dabei spielt die Art des Kontaktes ebenso wie die Menge des Stoffes eine Rolle - ist bei dem gefahrenbasierten Ansatz, bereits die Gefährlichkeit oder Schädlichkeit eines Wirkstoffs von Bedeutung.

Mit dieser Umstellung würden laut Studienergebnis 75 Wirkstoffe nicht mehr zugelassen.

Folgen für die Landwirtschaft

Laut der Studie würden die Gewinne der Landwirte bei einem Verlust der Wirkstoffe durch geringere Erträge sowie steigende Arbeits- und Produktionskosten um bis zu 17 Milliarden (Mrd.) Euro sinken, wovon 15 Mrd. Euro auf geringere Umsätze und 2 Mrd. auf höhere Kosten entfallen. Die Wirtschaftlichkeit würde sich damit um bis zu 40 Prozent (%) reduzieren, erklärte Studienautorin Hedda Eggeling von Steward Redqueen, einer Unternehmensberatung in den Niederladen.

Demzufolge wären in der Landwirtschaft in Europa insgesamt eine halbe Million Jobs in Gefahr. Gemessen am aktuellen Bedarf, riskiere die EU mit dem Verlust der Wirkstoffe die eigene Selbstversorgung mit Weizen, Gerste, Kartoffeln und Zuckerrüben. Durch die zusätzlich notwendigen landwirtschaftlich genutzten Flächen und die häufige Anwendung von alternativen Substanzen, würde zudem mehr CO2 ausgestoßen, ergänzte Eggeling.

Quelle: aiz (Studie: "Cumulative impact of hazard-based legislation on Crop Protection Products in Europe")

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