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EU-Prognose: Weniger Weizen und Exporte in 2015

von , am
22.06.2015

Die anhaltende Trockenheit in Europa macht sich jetzt deutlich in den Ernteprognosen bemerkbar. Das Analystenhaus Strategie Grains hat EU-Weichweizenernte 2015 kräftig nach unten korrigiert. Auch der Export soll 2015/16 sinken.

Mit einem Plus von 3 Euro scheitert der Weizen knapp an der 180 Euro-Marke. © Rebecca Kopf/agrarheute.com
Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hat die in der EU erwartete Weichweizenernte 2015 um 1 Million Tonnen (Mio. t.) auf 141,6 Mio. t nach unten korrigiert, berichtet Marktexperte Dr. Olaf Zinke. Als Grund für die Korrektur wird die seit Mai anhaltende Trockenheit in weiten Teilen Zentral- und Westeuropas genannt. Besonders von der Trockenheit betroffen sind nach Einschätzung von Strategie Grains Deutschland und Polen sowie zunehmend auch Frankreich.

Exportpotential geschmälert

Deutlich nach unten korrigiert hat Strategie Grains zudem die Erwartungen an die Exporte im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16. Von den zuletzt erwarteten 28,6 Mio. t senkte man die Exportprognose jetzt auf 27,7 Mio. t und liegt damit sehr deutlich unter den Rekordausfuhren aus dem aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 von 32,0 Mio. t. Grund für die Abwärts-Korrektur der Exporte sind die größere Ernten sowie die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit (sehr niedrige Exportpreise) Russlands und der Ukraine. Diese Entwicklung wird die EU im neuen Wirtschaftsjahr wohl Markanteile im Exporte kosten.

Ernteprognose Deutschland

Für Deutschland hat Strategie Grains im Juni die neue Weizenernte 2015 witterungsbedingt um 0,2 Mio. t auf 26,3 Mio. t nach unten gesetzt. Im Vergleich zur bisherigen Rekordernte aus dem 2014 von 27,7 Mio. t, wäre die jetzt für 2015 erwartete deutsche Weizenernte zwar 1,4 Mio. t oder knapp 5 % kleiner, jedoch immer noch die bislang zweitgrößte deutsche Weizenernte nach 2014.
 
Die EU-Kommission hat Ende Mai in ihrer Prognose die deutsche Weichweizenernte auf 26,5 Mio. t geschätzt und liegt damit etwas höher als Strategie Grains.
Der deutsche Raiffeisenverband hatte Mitte Juni seine Prognose für deutsche Weichweizenernte von 26,9 Mio. t auf 25,8 Mio. t nach unten gesetzt, bliebt damit jedoch über der Schätzung von Strategie Grains und EU-Kommission.
 
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