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Beschluss

EU verbietet Einsatz von Neonikotinoiden auf Äckern

Biene auf Rapsblüte
Eva Eckinger und Karl Bockholt, agrarheute
am
27.04.2018

Die EU-Staaten haben heute ein Verbot für den Einsatz von Neonikotinoiden auf Äckern erlassen. Künftig dürfen die Mittel nur in Gewächshäusern angewendet werden.

Wie die dpa meldet, haben die EU-Staaten am heutigen Freitag in Brüssel einem Freiland-Verbot für einige Insektizide zugestimmt. In dem zuständigen EU-Ausschuss sprach sich eine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der Kommission aus, den Einsatz von Neonikotinoiden auf Äckern zu verbieten und auf Gewächshäuser zu beschränken.

Das teilte die EU-Kommission mit: "Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft", sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis laut dpa-Mitteilung.

Die aktuelle Entscheidung soll bis Ende des Jahres in Kraft treten.

Für die Industrie ein schlechter Deal

Für die Industrie ist die heutige Entscheidung ein schlechter Deal für Bauern und Umwelt. Bayer ist weiter davon überzeugt, dass die Beschränkungen nicht gerechtfertigt sind, weil Neonikotinoide bei sachgerechter Verwendung sicher sind. Selbst nach den extrem konservativen Beurteilungskriterien der EU- Behörde für Lebensmittelsicherheit wurden in den jüngsten Berichten zum Bienenrisiko für zahlreiche Einsätze keine hohen Risiken ermittelt.

Mangel an Alternativen, mehr Spritzungen

Auch werde ohne Folgenabschätzung entschieden. Abgesehen von den Kosten für die Landwirte ergeben sich Nachteile: ein Mangel an Alternativen, mehr Spritzungen, höhere Risiken resistenter Schädlinge und die Rückkehr zu älteren Chemikalien.

Zudem werde das Urteil im laufenden Verfahren zur Rechtsgrundlage der Beschränkungen aus 2013 erst noch erwartet. Das Gericht hat dieses für den 17. Mai angekündigt. Eine Aufhebung der bestehenden Beschränkungen hätte ja weitreichende Folgen für die rechtliche Begründung weiterer Beschränkungen.

Das sagt der DBV zum Neonikotinoid-Verbot

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied sagt: "Wir haben immer erklärt, dass für uns der Maßstab für eine Zulassung von Pflanzenschutzmitteln eine fundierte wissenschaftliche Bewertung ist. Wenn wir jetzt eine effektive Wirkstoffgruppe verlieren, um unsere Pflanzen vor Schädlingen zu schützen, ist es eine echte Herausforderung, Alternativen zu entwickeln und neue Produkte schnell zur Zulassung zu bringen.

Um Qualität und Erträge abzusichern, brauchen wir Pflanzenschutzmittel. Ohne die geht es nicht, weder in der ökologischen noch in der konventionellen Landwirtschaft."

Mit Material von dpa

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