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Pflanzenschutzmittel

EU verschiebt Abstimmung über Neonikotinoide

Gebeiztes Maissaatgut
© agrar-press
von am
14.12.2017

Die EU-Staaten haben eine Abstimmung über den Einsatz von drei Neonikotinoiden verschoben. Die Diskussion soll nächstes Jahr weitergehen, teilte eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel mit.

Die EU-Mitgliedstaaten wollen eine neue Bewertung der Wirkstoffgruppe durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abwarten. Diese soll im Februar 2018 vorliegen.

Die Kommission schlägt ein Freiland-Verbot für die drei Wirkstoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid vor. Umweltschützer fordern sogar ein komplettes Verbot der Wirkstoffe, weil diese Bienen schon bei niedriger Dosierung lähmen oder töten könnten.

Beize seit Dezember 2013 verboten

Der Einsatz von Neonikotinoiden ist in der EU seit Dezember 2013 nur noch eingeschränkt möglich. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, die drei Insektizide als Beize auf Raps- und Maissaat sowie beim Anbau von Kirschen, Äpfeln oder Gurken anzuwenden. In Deutschland wurde die EU-Regelung zusätzlich verschärft.

Schon der Beschluss von 2013 ging auf eine Risikobewertung der EFSA zurück. Die Behörde arbeitet an einer neuen Bewertung anhand aktueller wissenschaftlicher Studien.

Das für die deutsche Position federführende Bundeslandwirtschaftsministerium hatte schon vor einigen Tagen dafür plädiert, die EFSA-Empfehlung abzuwarten. Umweltministerin Barbara Hendricks will hingegen ein Totalverbot im Freiland so schnell wie möglich.

Mit Material von dpa
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