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Aus der Wirtschaft

Export: Weizen aus Europa zu teuer

von , am
30.03.2012

Argentinien und USA sind die Gewinner der letzten Auktion des weltgrößten Weizenimporteurs Ägypten. Der Weizen aus Europa und vom Schwarzen Meer ist zu teuer.

© Günter Havlena/pixelio.de
Die staatliche ägyptische Importbehörde GASC kaufet am Mittwoch 60.000 Tonnen argentinischen Weizen für 259,35 US-Dollar pro Tonne und 60.000 Tonnen US-Weizen für 262,84 US-Dollar pro Tonne. Damit übernahmen die Argentinier die Preisführerschaft. Gleichzeitig haben die Argentinier erstmals in diesem Jahr wieder einen Zuschlag erhalten, nachdem sie Ende letzten Jahres mehrere Auktionen mit sehr günstigen Offerten für sich entschieden hatten.
 
Danach zogen die wegen der Trockenheit in Südamerika kräftig steigenden Soja- und Maispreise auch die Weizenpreise in Argentinien mit nach oben. In der Folge wurde argentinischer Weizen am Weltmarkt zu teurer. Durch den kräftigen Anstieg der Weltmarktpreise in den letzten Wochen sind jedoch auch die Argentinier wieder im Geschäft. Ende Dezember lagen die argentinischen Exportpreise noch bei 220 US-Dollar pro Tonne während man jetzt mit 40 US-Dollar pro Tonne höheren Preisen die Exportausschreibung gewonnen hat.

Schwarzmeerländer weiter zu teuer

Vier weitere sehr günstige Angebote kamen bei dieser Auktion aus Argentinien. Sie lagen zwischen 259,45 US-Dollar pro Tonne und 264 US-Dollar pro Tonne. Aus der Ukraine kam einer Offerte für 277 US-Dollar pro Tonne. Damit war ukrainischer Weizen wie schon bei der letzten Auktion zu teuer. Mit knapp 20 US-Dollar pro Tonne Abstand zu den beiden preisgünstigsten Wettbewerbern die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der letzten Auktion nicht verbessert. Zwar sind die Lager in Ukraine noch voll, jedoch treiben die Aussichten auf eine deutlich kleinere Ernte 2012 die Preise.
 
Erstmals seit längerem hat bei dieser Auktion Russland ein Angebot abgegeben. Allerdings war der russische Weizen mit 280 US-Dollar pro Tonne noch teurer als das Angebot aus der Ukraine. Im zweiten Halbjahr 2011 hatten die Russen fast jede Ausschreibung für sich entschieden und waren lange Zeit der günstigste Anbieter am Weltmarkt. Jetzt werden die Transportwege zu den Verladehäfen immer länger und schlagen sich in höheren Preisen nieder.

Europäer nicht wettbewerbsfähig

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die teuerste Offerte kam diesmal jedoch aus Europa. Französischer Weizen wurde für 300 US-Dollar pro Tonne angeboten und war damit nicht wettbewerbsfähig. Der Preisabstand zu den argentinischen Offerten betrug 40 US-Dollar pro Tonne und im Vergleich zur letzten Auktion waren die Preise nochmals um 10 US-Dollar pro Tonne gestiegen. Zu gleichen Zeit wurde deutscher Brotweizen fob Ostseehafen sogar für 229 bis 236 Euro pro Tonne (305-314 US-Dollar) verladen und war damit noch teurer als die Ware aus Frankreich. Auswinterung und Trockenheit hatten die europäischen Preise zuletzt nach oben getrieben.
 
 
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