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Aus der Wirtschaft

Exportauktion: Argentinien ist Preisführer beim Weizen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
09.10.2012

Argentiniens Weizen ist am billigsten. Dennoch verkaufte Frankreich bei der Exportauktion des größten Weizenimporteurs Ägypten Anfang Oktober erneut am meisten Ware.

Der Weizen verzeichnetete heute leichte Ablschäge an der CbOT. © fotolia
Die ägyptische Importbehörde GASC kaufte bei der Exportauktion am 3. Oktober insgesamt 240.000 Tonnen (t) Weizen zur Lieferung von 11 bis 20. Dezember. Drei der insgesamt vier von der GASC übernommenen Partien zu jeweils 60.000 t kamen aus Frankreich. Die Preise für den von den Ägyptern gekauften französischen Weizen lagen fob-Verladehafen zwischen 342,50 US-Dollar pro Tonne (USD/t) und 345,30 USD/t und damit geringfügig niedriger als bei der letzten Auktion Ende September (346,93 bis 347,36 USD/t).
 
Die Transportkosten des französischen Weizens bewegten sich zwischen 13,40 USD/t und 15,80 USD/t. (Deutscher Brotweizen kostete zu diesem Zeitpunkt fob-Ostseehafen 266 Euro/t (346 USD/t).)

Argentinien am billigsten

Erstmals in diesem Wirtschaftsjahr beteiligte sich Argentinien an der Exportauktion und konnte 60.000 t Weizen zu 333,68 USD/t verkaufen. Damit kostete die argentinische Ware knapp 10 USD/t weniger als das günstigste Angebot aus Frankreich. Zwei weitere Offerten aus Argentinien kosteten 334,86 und 334,98 USD/t. Allerdings betrugen die Transportkosten für den Weizen aus Argentinien knapp 26 USD/t und damit gut 10 Euro mehr als für den Weizen aus Frankreich.

US-Preise deutlich gefallen

Auch aus den USA lagen bei dieser Auktion mehrere Angebote vor. Weizen der Sorte Soft Red Winter (SRW) kostete zwischen 346,88 USD/t und 349,97 USD/t und damit nur wenig mehr als der Weizen aus Frankreich. Im Vergleich zur letzten Auktion Ende September waren die US-Preise damit am stärksten gefallen, nämlich um rund 10 USD/t. Allerdings sind auch die Transportkosten für die US-Ware mit 23,90 USD bis 29,17 USD/t doppelt so hoch wie für den französischen Weizen. Ein ebenfalls vorliegendes Angebot aus Kanada (SRW) kostete 349,97 USD/t und damit in etwa so viel wie die US-Ware.

Russische Weizenpreise steigen weiter

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Erstmals in diesem Wirtschaftsjahr gab es kein Angebot aus Russland. Bereits beid er Auktion Ende September war die russische Offerte mit 372 USD/t deutlich zu teuer. Auch Anfang Oktober meldeten russische Stellen weiter steigende Weizenpreise am russischen Binnenmarkt und bevorstehende Verkäufe von Interventionsware um den Preisauftrieb zu stoppen. Anfang dieser Woche hat der stellvertretende russische Premierminister Arkady Dvorkovich die gesamte Getreideernte auf 70 Mio. t geschätzt und damit unter das Niveau der bisherigen Prognose von 72 bis 73 Mio. t.
 
 
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