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Welternährung

Faktencheck: 12 Tatsachen zur Ernährung der Weltbevölkerung

Welternährung
am Donnerstag, 19.12.2019 - 09:51 (Jetzt kommentieren)

Für die nächsten Jahrzehnte wird ein anhaltendes globales Bevölkerungswachstum erwartet, besonders in Afrika und Asien. Nicht nur die steigende Bevölkerungszahl, sondern auch die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten beeinflussen die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

1. So viele Menschen leiden an Hunger

Der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung beträgt elf Prozent. Das entspricht 821 Millionen Menschen. Brennpunkte liegen hauptsächlich in Afrika südlich der Sahara und in Südasien. Zudem fehlen rund zwei Milliarden Menschen wichtige Nährstoffe wie Eisen, Jod, Zink oder Vitamin A.

Die Anzahl der Menschen, die an Hunger leiden, ist in den vergangenen 25 Jahren um mehr als 200 Millionen gesunken.

2. So stark wächst die Weltbevölkerung

Bis 2050 werden voraussichtlich 2,1 Milliarden mehr Menschen auf der Welt leben. Es wird jedoch erwartet, dass sich das Wachstum verlangsamen wird. Indien dürfte 2050 das bevölkerungsreichste Land sein.

Die in den Schwellenländern Asiens rasch wachsende Mittelschicht stellt höhere Ansprüche an ihre Ernährung. Tierische Proteine haben eine steigende Nachfrage.

3. So viele Menschen leben künftig in Städten

68 Prozent der Weltbevölkerung werden 2050 Städter sein. 1950 lebten zwei Drittel der Menschheit auf dem Land - 100 Jahre später wird sich das Verhältnis umgekehrt haben.

4. So wenig Agrarfläche bietet Platz für Lebensmittel

Es steht nur ein Bruchteil der Gesamtoberfläche der Erde für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung:

  • Wüsten, Gebirge, Gletscher, urbane Flächen: 10 Prozent
  • Agrarflächen: 11 Prozent
  • Wald: 8 Prozent
  • Wasser: 71 Prozent

Zudem sinkt die Agrarfläche pro Kopf - sowohl in den Industrieländern als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern.

5. So knapp ist das Wasser: Immer mehr Wetterextreme

Heftige Regenfälle und andere extreme Wetterereignisse werden immer häufiger. Das führt zu Überflutugen und kann die Wasserqualität vermindern. In manchen Regionen kann das aber auch die Verfügbarkeit von Wasserressourcen beeinträchtigen.

6. So stark muss die landwirtschaftliche Produktion zulegen

50 Prozent muss die landwirtschaftliche Produktion gegenüber 2013 nach Schätzung der FAO bis zur Mitte des Jahrhunderts zulegen. Heute werden wesentlich stabilere und höhere Erträge erzielt als früher. Dennoch ist beispielsweise der weltweite Durchschnittsertrag je Hektar bei Weizen nur etwas halb so hoch wie in Westeuropa.

7. So nachhaltig ist künftig zu wirtschaften

1843 erkannte Justus von Liebig: "Als Prinzip des Ackerbaus muss angesehen weden, dass der Boden in vollem Maße wieder erhält, was ihm genommen wurde."

Ohne Nährstoffe kein Pflanzenwachstum - jedoch ist weltweit nur ein sehr geringer Anteil der Böden von Natur aus gut mit leicht pflanzenverfügbaren Nährstoffen versorgt.

8. So viel trägt urbane Landwirtschaft schon bei

420 Tonnen Blattgemüse wachsen jedes Jahr in Europas größter "Vertical Farm". Urbane Landwirtschaft entsteht dort, wo Ackerland knapp wird. Digitale Technologien erobern die Landwirtschaft und helfen Ressourcen zu sparen und Erträge zu erhöhen.

9. So hilft Bildung im Kampf gegen Hunger

14 von 15 Ländern, die den höchsten Landwirtschaftsanteil an der Gesamtwirtschaftsleitung halten, liegen in Afrika. Investitionen in Bildung sind auch Investitionen in globale Nahrungsmittelsicherheit. Bauern brauchen eine solide Ausbildung, um Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und zu erweitern.

10. So kommen Kleinbauern weiter

84 Prozent der Betriebe weltweit messen weniger als zwei Hektar. Kleinbauern sind das Rückgrat der Ernährung weltweit. Sie benötigen die Möglichkeit, mit den jeweils optimalen Technologien und Produktionssystemen effizient, bedarfsgerecht und nachhaltig zu produzieren. Für einen besseren Zugang zu den Märkten brauchen sie auch eine funktionstüchtige Infrastruktur.

11. So hoch sind Lebensmittelverluste und Verschwendung

In den Industriestaaten werden 40 Prozent Lebensmittel verschwendet. Abfälle und Verschwendung fällt hier überwiegend beim Verbraucher oder Handel an.

In den Entwicklungsländer entstehen hingegen 40 Prozent Lebensmittelverluste. Diese fallen vor allem inm Nacherntebereich und auf der ersten Transport- und Verarbeitungsstufe an.

12. So langsam wächst die ökologische Produktion

Rund um den Globus werden etwa 60 Millionen Hektar Land ökologisch bewirtschaftet - gegenüber dem Jahr 2000 ist dies eine Vervierfachung. Dennoch entspricht das nur 1,2 Prozent der weltweiten Agrarfläche.

Mit Material von K+S AG

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