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Feldhäcksler rollen von den Lavendelfeldern

von , am
03.08.2013

Mit zwei Wochen Verspätung neigt sich die Lavendelernte in Frankreich dem Ende zu. Das Land produziert 80 Prozent des weltweiten Lavandins und 80 Prozent davon werden mit Claas Feldhäckslern geerntet.

 
Aufgrund des kühlen Frühjahrs hat sich die Ernte um zwei Wochen verspätet, doch die Landwirte zeigen sich mit den Erträgen zufrieden. 80 Prozent der gesamten Weltproduktion an Lavandin (Lavandula Intermedia), einer ertragsstarken Kreuzung, werden im südfranzösischen Hochland angebaut. Bei der Lavandinernte kommen vor allem Jaguar Feldhäcksler vom Hersteller Claas zum Einsatz. Die Claas Maschine besitzt die passende Größe für die Ernte der breiten Anbaureihen und ist mit einem maßgeschneiderten Schneidwerkzeug des französischen Herstellers Clier ausgerüstet. Mittlerweile besitzt die Maschinengemeinschaft CUMA in der Region Plateau de Valensole drei Feldhäcksler, um 250 Hektar Lavandin zu ernten.
 

Claas Maschinen im Einsatz

Die Lavandinernte hat sich seit den 90er Jahren stark modernisiert. Der Hersteller Claas hat damals durch Zufall einen neuen Markt erschlossen. Es stellte sich heraus, dass Claas Feldhäcksler sich am besten für die Ernte der breiten Lavendel-Anbaureihen eignete. Man hatte es auch mit einem John Deere versucht, doch durchgesetzt hat sich der deutsche Maschinenhersteller mit seinem Modell. Mit der neuen Erntemaschine revolutionierte sich die Lavandinernte. Im Einsatz ist vor allem ein 5,5 Meter breite Jaguar, welcher gleichzeitig drei der 1,80 cm breiten Anbaureihen bearbeitet. Im Plateau Valensole ernten die Landwirt zu 80 Prozent mit Claas Maschinen, die mit einem speziellen Schneidwerkzeug ausgerüstet sind. Gebunkert wird direkt in den Destillationskontainer - das spart Zeit. Mittlerweile dauert die gesamte Produktionskette von der Ernte bis zum Öl nur noch acht Stunden.
 

Lavandinanbau

Die blaue Gebirgspflanze lässt sich nur bei milden Temperaturen und in Höhen ab 900 Meter kultivieren. In den kargen Hochlagen der französischen Provence findet der Lippenblüter das geeignete Klima. Seit den dreißiger Jahren wird in der Provence vornehmlich die Gattung Lavandin (Lavandula Intermedia) angebaut.
 
Lavandin, auch Provence Lavendel genannt, ist eine Kreuzung aus Echtem Lavendel (Lavandula angustifolia)und Speiklavendel (Lavandula latifolia) und zeichnet sich gegenüber dem Echtem Lavendel durch dichtere Blütenstände, schnelleres Wachstum und höhere Ölerträge aus. Da Lavandin eine Hybride ist, kann er nur mittels Stecklingen vermehrt werden. Im ersten Anbaujahr muss die Pflanze noch aufwendig per Hand beschnitten werden. Die erste maschinelle Ernte erfolgt jedoch im zweiten Jahr. Insgesamt 10 Jahre bleiben die Pflanzen auf dem Feld, dann wird zwei bis drei Jahre Getreide als Folgefrucht angebaut.
 

Lavandin versus Lavendel

Die Hybride Lavandin (Lavandula intermedia) zeichnet sich gegenüber Echtem Lavendel durch dichtere Blütenstände und höhere Ölerträge aus. © Katharina Krenn/agrarheute
Frankreich ist weltweit führender Produzent von Lavandin- und Lavendelöl. Das Land baut 16.000 Hektar Lavandin und 4.000 Hektar Echten Lavendel an. Zwischen 1.000 und 12.00 Tonnen Lavandinöl und etwa 45 Tonnen Lavendelöl produziert das Land. Seit den dreißiger Jahren hat sich der deutlich ertragsstärkere Anbau von Lavandin in der Provence durchgesetzt. Allerdings gilt das Lavandinöl als minderwertiger als das Öl des echten Lavendels. Im Vergleich zu Lavendelöl enthält Lavandinöl deutlich höhere Gehalte an Kampfer und Eukalyptusöl. Daher wird das Lavandinöl hauptsächlich für das Parfümieren von Waschmittel und Seife verwendet. Lavendelduft ist bisher nicht synthetisch herstellbar.
 

China drängt in den Markt

Da Frankreich bei der Lavandinproduktion praktisch ein Monopol inne hat, sind die Preise für Lavandinöl relativ stabil. Der Preis liegt etwa bei 19 Euro pro Kilogramm. Lavendelöl ist deutlich teurer und der Preis volatiler: ein Kilo Öl des echten Lavendels kostet zwischen 80 und 150 Euro. Weitere Lavendelölproduzenten sind China, die Ukraine und Bulgarien.  China plant jedoch verstärkt in den Anbau von Lavandin einzusteigen. Dies würde die Preise für Lavandinöl ins Wanken bringen und die französische Produktion empfindlich treffen. Die Nachfrage nach Lavendelduft steigt nur moderat. Vor allem im Nahen Osten wird Lavendel immer beliebter.
 

Mit Claas in Indien

 
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