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Schädlingsbekämpfung

Feldmäuse: Jetzt die Löcher zählen

Feldmausschaden in Raps
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
22.11.2018

Mäuse mögen Mulch. Daher sollten Sie jetzt prüfen, was auf Ihren Äckern los ist. Die Befallsstärke lässt sich anhand wiedergeöffneter Löcher sicher ermitteln.

Feldmäuse treten derzeit lokal stärker auf, berichtet der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Rapsbestände und pfluglos bestellte Wintergetreideflächen mit Vorkultur Getreide oder Raps, sowie Wiesen und Weiden sollten Sie deshalb auf Befall kontrollieren. Bei der niedrigen Vegetation ist Befall jetzt gut festzustellen.

Wie viele neue Löcher?

Halten Sie auf befallenem Grünland das Gras vor dem Winter kurz. Ob eine Bekämpfung nötig ist, lässt sich mit Hilfe der „Lochtretmethode“ ermitteln:

Dabei werden auf einer Fläche von 2 x 250 m² (16 x 16 m) alle Mauselöcher zugetreten. Nach 24 Stunden werden die wieder geöffneten Löcher gezählt. Wichtig: Der Bekämpfungsrichtwert liegt für Wintergetreide und Raps bei 5 bis 8, bei Grünland bei 11 geöffneten Löchern je Kontrollfläche.

Trockene Bedingungen abwarten

Nach Überschreiten dieses Bekämpfungsrichtwerts bleiben zwei Möglichkeiten zur direkten Bekämpfung:

  • Das verdeckte Ausbringen von Feldmausködern mit der Legeflinte in die offenen Feldmauslöcher
  • oder das Aufstellen geeigneter Köderstationen.

Auf keinen Fall dürfen Köder an der Oberfläche liegenbleiben. Im Winter ist aufgrund des geringen Nahrungsangebotes mit einer guten Wirkung zu rechnen.

Bei Regen oder starker Feuchtigkeit entwickelt sich jedoch aus dem Giftweizen bzw. den Giftlinsen ein Gas, das abstoßend auf die Mäuse wirken kann. Deshalb sollten Sie eine trockene Periode von mindestens 3 bis 4 Tagen abwarten.

Zinkphosphid: Neue Auflagen für Köder

Zugelassen sind Fertig- und Granulatköder auf Basis Zinkphosphid. Achtung: Bei Anwendung dieser Zinkphosphid-Mittel, wie Ratron Giftlinsen oder Ratron-Giftweizen sind neue Anwendungsbestimmungen zu beachten:

  • NS648: Anwendung nur, wenn die Notwendigkeit einer Bekämpfung durch Probefänge oder ein anderes geeignetes Prognoseverfahren belegt ist,
  • NT802: Keine Anwendung in Vogel- und Naturschutzgebieten,
  • NT803: Keine Anwendung auf Rastplätzen von Zugvögeln während des Vogelzuges,
  • NT820: Keine Anwendung in Gebieten in denen Feldhamster, Haselmaus, Birkenmaus und Bayerische Kleinwühlmaus vorkommen.
Mit Material von Regierungspräsidium Stuttgart

Feldmäuse: Schadbilder und Bekämpfung

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