Login
Mäusebekämpfung

Feldmäuse mit Milchpulver zum Köder locken

Feldmausbefall auf Grünland
Thumbnail
Klaus Strotmann, agrarheute
am
20.02.2019

Nach dem Winter die Schadensanalyse: Wie sehen die Bestände ober- und unterirdisch aus? Ein Trick hilft bei der Mäusebekämpfung.

Feldmäuse konnten sich in den letzten Monaten gut weiterentwickeln und den Aktionsradius um ihren Bau deutlich erweitern.

Wo der Schnee die Flächen – und die Schädlinge – schützte, werden jetzt die Schäden auf Acker und Grünlandflächen sichtbar. Stark befallene Flächen sind dicht von oberirdischen Laufwechseln in der Grasnarbe durchzogen und von flächigen Wühlungen durchsetzt.

Ausgangspunkt des Befalls sind oft sogenannte Primärbiotope, also Brachen, Gräben, Feld- und Wegränder. Ist hier eine erhöhte Aktivität zu beobachten, sind Einwandern auf die Kulturflächen und Massenvermehrungen zu befürchten.

„Bereits im Herbst konnten wir eine zunehmende Einwanderung, besonders von Graswegen oder Straßenböschungen in die neu bestellten Flächen beobachten“, heißt es dazu vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) in der Eifel.

Milchpulver steigert Köderattraktivität

Eine Bekämpfung sollte noch vor Vegetationsbeginn erfolgen. Sobald die Pflanzen neue Blätter ausbilden, sind diese wesentlich attraktiver für die Maus als die Köder aus Giftlinsen oder -weizen. Die Köderannahme und damit der Bekämpfungserfolg sinken mit Beginn der Vegetation rapide.

Um die Attraktivität der Köder zu erhöhen, empfehlen die Berater des DLR die Zugabe von Magermilchpulver. Dazu rührt man 1 Teelöffel Magermilchpulver auf 100 g Giftlinsen oder Giftweizen und bringt diese wie gewohnt verdeckt mithilfe einer Legeflinte in die Feldmauslöcher. Diese dürfen nach der Applikation nicht verschlossen werden.

Da diese Mischung nach einigen Wochen zum Verklumpen neigt, sollten nur so viele Köder mit Magermilchpulver gemischt werden, wie man aktuell benötigt. Versuche mit kakaohaltigem Getränkepulver oder Milchaustauscher haben ebenfalls zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung geführt.

Diese Bekämpfungsschwellen gelten

Ab wann sollten Feldmäuse bekämpft werden? Zur Ermittlung des Befalls werden auf einer Fläche von 250 m² (ca. 16 x 16 m) zunächst alle Feldmauslöcher verschlossen. Zählen Sie nach 24 Stunden die wieder geöffneten Löcher!

Bei 5 bis 8 wieder geöffneten Löchern ist die Bekämpfungsschwelle erreicht. Im Grünland liegt die Schwelle bei ca. 25 wieder geöffneten Löchern.

Sitzstangen aufstellen, Boden bearbeiten, kurz schneiden

  • Nutzen Sie vor einer chemischen Bekämpfung alle Möglichkeiten einer mechanischen (Pflug oder Grubber) und biologischen Bekämpfung (Förderung der Aktivität natürlicher Feldmausfeinde).
  • Schäden im Grünland lassen sich durch Ausmähen horstbildener Unkräuter und verstärkte Düngung sowie durch frühe und häufige Nutzung eindämmen.
  • Sitzstangen für Greifvögel fördern die natürlichen Feinde der Feldmaus: 0,5 bis 2 je Hektar sind ideal. Sie sollten mindestens 2 m hoch sein und über einen 30 bis 50 cm langen Aufsitzholm vom 3 bis 5 cm Durchmesser verfügen.
  • Gerade bei einer drohenden Wiederbesiedelung sind Ansitzhilfen besonders wirkungsvoll.

Zinkphosphid mit Legeflinten

Für die chemische Bekämpfung stehen nur noch Präparate auf der Wirkstoffbasis Zinkphosphid zur Verfügung. Diese müssen entsprechend der Anwendungsvorschrift NT661 tief und unzugänglich für Vögel und andere Tiere in die Feldmausgänge eingebracht werden. Das muss mit geeigneten Geräten passieren, beispielsweise mit Legeflinten (5 Körner/Loch).

Die Ausbringung gilt als Pflanzenschutzmaßnahme und ist damit nur bei nachgewiesener Sachkunde erlaubt. Schäden an Wildtieren und Vögeln sind unbedingt zu vermeiden und können nach Pflanzenschutzrecht und nach Bundesnaturschutzgesetz bestraft werden.

Verzichten Sie in der Nähe von Rastplätzen von Zugvögeln generell auf eine chemische Mäusebekämpfung.

Mit Material von DLR Eifel

Feldmäuse: Schadbilder und Bekämpfung

Auch interessant