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Feldmäuse: So kriegen Sie die Plage in Griff

von , am
01.09.2015

Ende August wurden Ausnahmeregelungen zur Bekämpfung von Feldmäusen zugelassen. Diese greifen allerdings nur in Notsituationen. Zur Vorbeugung sind ackerbauliche Maßnahmen unerläßlich.

Unter strengen Auflagen dürfen in einigen Regionen Deutschlands Feldmausköder jetzt gestreut werden. © Dieter TD/Wikipedia
Mit dem lokal verbreitet weiteren Anstieg der Feldmauspopulation ist eine potenzielle Gefährdung der Herbstsaaten auf vielen Flächen gegeben, schätzt die LfULG Sachsen. Von Direktsaat auf Befallsflächen rät das sächsische Landesamt dringend ab. Bei starkem Befallsdruck seien die vorbeugenden Maßnahmen zur Befallsreduktion schnellstmöglich zu ergreifen. Hierzu zählen
 
 
  • eine exakte Strohverteilung bzw. unverzügliche Strohbergung und
  • ein Stoppelsturz unmittelbar nach erfolgter Ernte.
Stoppelflächen sollten nicht unnötig lange unbearbeitet liegen bleiben. Es könne immer wieder beobachtet werden, dass insbesondere auf Altrapsflächen der Ausfallraps nur unzureichend beseitigt wird. Jegliche Deckung erschwere den Greifvögeln den Zugriff auf die Mäuse. Es ist wichtig, den Feldmäusen bis zur Neusaat die Nahrungsgrundlage über einen möglichst langen Zeitraum zu entziehen. 

Notfallzulassungen wurden erteilt

Auf Grund des in diesem Jahr in verschiedenen Regionen Deutschlands starken Auftretens von Feld- und Erdmäusen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter strengen Auflagen die Zulassungen in Notfallsituationen (gem. Art. 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) zum Einsatz folgender Rodentizide in verschiedenen Anwendungsgebieten erteilt:
  1. Befristete Notfallzulassung für Ratron Feldmausköder zum Streuen
  2. Befristete Notfallzulassung für Ratron Giftlinsen

Das hilft gegen Feldmäuse

  • Bei Starkbefall in der Vorkultur könne ein späterer Aussaattermin bzw. die Wahl der Folgefrucht Entspannung bringen.
  • Bei der Bodenbearbeitung sei zudem auf eine ausreichende Bearbeitungstiefe (mindestens 20 cm) zu achten, damit Bausysteme möglichst nachhaltig zerstört werden. Die wendende Bodenbearbeitung bringe den besten Erfolg. Aber auch ein tiefer Grubbereinsatz ist wirksam. Wiederholte mechanische Maßnahmen auf den Flächen verbessern die Wirksamkeit.

  • Die auflaufenden Saaten sollten von Beginn an in engen Abständen überwacht werden. Eine große Gefahr geht sowohl von den auf der Fläche verbliebenen, als auch von den aus Rückzugsgebieten (Schlagränder, Inseln von Windenergieanlagen usw.) einwandernden Mäusen aus.

  • Sobald Befall auf dem Schlag festgestellt wird, ist der Einsatz der Zinkphosphid-Präparate (Giftweizen, Giftlinsen) mit der Legeflinte angeraten. Die Ausbringung von Giftweizen und -linsen zähle zu den einfachen Hilfstätigkeiten nach Pflanzenschutzgesetz. Der Anwender muss nicht sachkundig sein, die Anwendung muss aber unter Anleitung und Aufsicht einer sachkundigen Person erfolgen. Dabei ist unbedingt sicher zu stellen, dass die Ausbringung der Mittel vollständig verdeckt, direkt in die Feldmausgänge erfolgt (NT661). Es darf kein Korn oder keine Linse an der Oberfläche verbleiben. Weitere Auflagen, wie die Abstände zu Oberflächengewässern, sind ebenfalls unbedingt entsprechend der Gebrauchsanweisung einzuhalten. 
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