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Feldmausplage: Notfallzulassung erteilt

von , am
11.09.2015

In Deutschland ist die Feldmauplage so groß, dass jetzt Feldmausköder gestreut und Giftlinsen eingesetzt werden dürfen. Allerdings nur unter Anordnung des zuständigen Pflanzenschutzdienstes.

Unter strengen Auflagen dürfen in einigen Regionen Deutschlands Feldmausköder jetzt gestreut werden. © Dieter TD/Wikipedia
In diesem Jahr gibt es so viele Feld- und Erdmäusen dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter strengen Auflagen die Zulassungen in Notfallsituationen (gem. Art. 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) zum Einsatz folgender Rodentizide in verschiedenen Anwendungsgebieten erteilt hat. Wie die Pressesprecherin des BVL gegenüber agrarheute.com erklärte, gelten die Ausnahmeregelungen bundesweit. Allerdings muss der Pflanzenschutzdienst vor Ort eine Genehmigung zur Anwenung erteilen.

1. Befristete Notfallzulassung für Ratron Feldmausköder zum Streuen

Diese Anwendung ist zugelassen zur Bekämpfung von Feld- und Erdmaus als Streuanwendung bei Starkbefall. Als Nachweis zählt zum Beispiel die Lochtretmethode: mind. 20 wiedergeöffnete Löcher/250 m² nach 24 Stunden. Die Anwendung ist in
  • Ackerbaukulturen (auch Bestände zur Futter- und Saatguterzeugung),
  • Obstbaukulturen, Gemüsebau (Möhren) und 
  • Grünland (Wiesen und Weiden) erlaubt.
 
Die Zulassung wurde jeweils auf den Zeitraum von 120 Tagen vom 01.09.2015 bis 29.12.2015 befristet. Die Anwendung darf nur zur Abwendung erheblicher Schäden auf Anordnung des zuständigen Pflanzenschutzdienstes erfolgen.

2. Befristete Notfallzulassung für Ratron Giftlinsen

Eine Feldmausbekämpfung kann auch in Rückzugsgebieten wie Ackerrandstreifen, Straßenränder, Böschungen, Straßengräben und Inseln um Windenergieanlagen sinnvoll sein, um ein Einwandern in die Kulturen zu verhindern. Dazu hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine befristete Zulassung erteilt. Das Pflanzenschutzmittel Ratron Giftlinsen darf vom 1.9.2015 bis 29.12.2015 auf solchen Flächen (nur bei nachweislich beginnender starker Einwanderung in die angrenzende Kulturfläche) verdeckt (5 Stück pro Loch, maximal eine Anwendung im Jahr) ausgebracht werden.
 
Die Anwendung darf jedoch nur auf solchen Flächen erfolgen, für die eine Genehmigung vom Pflanzenschutzdienst erteilt wurde.
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