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Forst

Forst- und Landwirte verlangen bessere ELER-Förderung für den Wald

von , am
17.04.2012

Berlin/Brüssel - Die Vorschläge der Europäischen Kommission zur künftigen Förderung der Forstwirtschaft müssen nachgebessert werden.

Wegen Änderungen im Erbschaftsteuer-Urteil fürchten Waldbesitzer um ihre Erträge. © hapo/landpixel
Dafür haben sich deutsche Forst- und Landwirte in einer gemeinsamen Stellungnahme ausgesprochen. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und der Deutsche Bauernverband (DBV) räumen ein, dass beim Entwurf des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) 2014 bis 2020 die Richtung stimme.
 
Gleichzeitig pochen sie jedoch darauf, im Sinne einer multifunktionalen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung die Wettbewerbsfähigkeit stärker in den Vordergrund zu rücken.

Waldbesitzer besonders fördern

"Es ist ein wichtiges Signal, dass wir jetzt gegenüber der EU-Kommission eine gemeinsame und einheitliche Position konsequent vertreten", erklärte AGDW-Präsident Philipp Frhr. zu Guttenberg in Berlin. Mit DBV-Präsident Gerd Sonnleitner und DFWR-Präsident Georg Schirmbeck ist er sich einig, dass die Förderung privater und kommunaler Waldbesitzer sowie ihrer Zusammenschlüsse besondere Berücksichtigung finden müsse. Zur Stärkung wettbewerbsfähiger Strukturen verlangen AGDW, DFWR und DBV eine angemessene Unterstützung der überbetrieblichen Zusammenarbeit im Rahmen forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse.

Deutsche Gesetze reichen aus

Ablehnend stehen die drei Verbände den Kommissionsvorschlägen zur Einführung von Waldbewirtschaftungsplänen gegenüber, durch die sie mehr Verwaltungsaufwand erwarten. Die damit beabsichtigte nachhaltige und ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Waldes sei bereits über die Bundes- und Landeswaldgesetze hinreichend gesichert. Ferner handle es sich um eine seit nunmehr fast 300 Jahren in Deutschland geübte Praxis. "Weniger Bürokratie und mehr Flexibilität" fordern die Verbände bei den Umwelt- und Klimamaßnahmen. Im Übrigen müsse in schwierig zu bewirtschaftenden Waldgebieten, beispielsweise Berggebieten oder Steillagen, die Möglichkeit eines Bewirtschaftungsausgleichs mit in die Fördergrundsätze aufgenommen werden.

Maßnahmen zum Wissenstransfer begrüßt

Ausdrücklich begrüßt wird in der 13 Punkte umfassenden Stellungnahme die Integration des Forstbereichs in Maßnahmen zum Wissens- und Innovationstransfers sowie zur Beratungsförderung. Bei der geplanten Förderung Europäischer Innovationspartnerschaften dürfe der Forstbereich aber nicht außen vor bleiben. Hier gebe es große Innovationspotentiale in den Bereichen moderne Kommunikation, Technologie und Logistik. Darüber hinaus sehen die Verbände Bedarf für eine hinreichende Unterstützung des forstlichen Risikomanagements sowie des forstlichen Wegebaus, seiner Unterhaltung und Pflege. "Aktive Forstförderung ist ein essentieller Beitrag zur Stützung der ländlichen Räume und zur Sicherung der Allgemeinwohlleistungen durch unsere Waldbesitzer", so die Präsidenten zu Guttenberg, Sonnleitner und Schirmbeck.
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