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Pflanzenbau

So nützen Frost und Schnee dem Wintergetreide

Getreide nach einer Frostnacht
am Mittwoch, 31.01.2018 - 13:45 (Jetzt kommentieren)

Frost und Schnee gab es in den vergangenen Tagen genügend. Wir fassen zusammen, wie das dem Wintergetreide und dem Boden zugute kommt.

Schon eine alte Bauernregel besagt: Ist der Winter warm, wird der Bauer arm. Im Idealfall sorgen frostigen Temperaturen für eine bessere Bodenstruktur und der Schnee schützt die Winterkulturen und Pflanzen auf den Feldern.

Dieses Jahr ließ der Winter lange auf sich warten. Bis Ende Januar gab es vielerorts erst ein oder zwei Frostnächte. Das hat der Februar nun nachgeholt.

Frostgare lockert den Boden

Temperaturen unter Null kommen dem Boden besonders zugute, denn er wird dadurch lockerer. Das Ganze ist einfach zu erklären: Wenn Frost in den Boden eindringt, gefriert die Feuchtigkeit. Da Eis ein größeres Volumen als Wasser hat, werden größere Erdklumpen auseinander gesprengt - der Boden wird feinkrumiger, vorher verdichtete Stellen werden durchlässiger. Auch eine oberflächliche Schlammkruste, die sich bei lehmigen Böden nach langen Regenfällen bildet, wird durch den Frost aufgebrochen. Dadurch lassen sich die Felder im Frühjahr gut bearbeiten.

Schneedecke schützt die Pflanzen

Eine Schneedecke auf den Feldern hat eine isolierende Wirkung, vergleichbar mit einer Bettdecke. Denn Schnee ist ein schlechter Wärmeleiter. Die Schneeschicht verhindert, dass die Wärme aus tieferen Erdschichten nach oben gelangt und von der Oberfläche abstrahlt. Unter der Schneedecke können viele Pflanzen einen kalten Winter überstehen. „Für den erfolgreichen Anbau von Wintergetreide und Winterraps ist eine Schneedecke sehr wichtig, denn sie schützt das junge Getreide vor dem Erfrieren“, sagt BBV-Ackerbaureferent Anton Huber.

Gleichzeitig helfe Schnee, das Wasserdefizit insbesondere in den Waldböden auszugleichen.

Pflanzen gehen in Vegetationsruhe

Die Pflanzen selbst werfen bei niedrigen Temperaturen ihren Schutzmechanismus an, indem sie in die Vegetationsruhe gehen. „Die Pflanzen stellen ihren Stoffwechsel um. Wenn sie mehrere Abhärtungsstufen durchlaufen haben, überstehen Gerste und Raps dann in der Regel Frost bis zu minus 15 Grad, Weizen auch bis zu minus 20 Grad“, betont Huber. Schaden durch den tiefen Winter nehmen dagegen Schädlinge.

Kälte geht Maus und Laus an den Kragen

Unsere heimischen Insekten, Schädlinge wie Nützlinge, sind grundsätzlich sehr gut an kalte Winter angepasst. Viele bilden sogar eine Art Frostschutzmittel in ihrem Blut und verkriechen sich in geschützte Ritzen und Spalten, wo sie milde Winter überleben können.

Harte Winter überstehen bei Läusen und Mücken nur die Eier, die im Herbst an geschützten Stellen abgelegt wurden. Auch vor dem Hintergrund der Mäuseplage der vergangenen Jahre wünschen sich die Landwirte einen kalten Winter. Am schlechtesten für Maus und Laus wäre aber feucht-kaltes Wetter im Frühjahr. Dann werden sie von Bakterien, Viren und Pilzen befallen und sterben ab.

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