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„Fläche steht abartig gut da“

Frühe Ernte: Allgäuer Landwirt mäht zu Ostern

Grasernte vor Bergkulisse: Der Allgäuer Landwirt Tobias Babel konnte dieses Jahr schon zu Ostern erstmals Ackergras mähen - drei Wochen früher als sonst.
am Donnerstag, 13.04.2023 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Ein Ostallgäuer Landwirt konnte zu Ostern bereits die erste Ernte einfahren - drei Wochen früher als sonst. Warum sein Ackergras schon so hoch ist.

Vorher-Nachher: Der Bestand von Landwirt Tobias Babel (Wald im Ostallgäu) vor und nach der frühen Mahd am Karsamstag.

Für Tobias Babel aus Wald im Ostallgäu gab es dieses Jahr ein besonderes Ostergeschenk. Schon am Karsamstag, 8. April, konnte der Landwirtschaftsmeister erstmals in der Saison mit dem Mähwerk ausrücken. Und zwar nicht für eine Spazierfahrt, sondern für die erste Ackergrasernte der Saison.

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„Das ist auch für uns verdammt früh“, sagt der Ostallgäuer. „Aber diese eine Fläche steht echt abartig gut da.“ Die Rede ist von etwa dreieinhalb Hektar Ackerfläche mit Kunstwiese, die am Ortsrand der Gemeinde Wald auf etwa 800 Metern liegt. „Im Herbst haben wir überlegt, ob wir sie noch mähen sollen.“ Babel entschied sich dagegen; mit dem Risiko von Fäulnis und erhöhtem Mäusedruck.

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Gleich nach dem Schnee gestriegelt

Nichts dergleichen ist passiert. Stattdessen konnte der Milchviehhalter den Südhang bereits vor sechs Wochen striegeln – gleich nach dem Schnee. Die Fläche wird mineralisch und mit Gülle, Kalk und Schwefel gedüngt. „Wir haben eigentlich schlechte und vor allem lehmhaltige Böden“, erklärt Babel. An eine erste Mahd vor Mitte oder Ende April ist nicht zu denken. Normalerweise.

In diesem Jahr überragt sein Ackergras im 5. Jahr das umliegende Dauergrünland um etwa 20 Zentimeter, berichtet Babel. Wie das ging, kann sich der Landwirtschaftsmeister auch nicht so ganz erklären. "Es muss wohl die Kombination aus verschiedenen glücklichen Umständen gewesen sein", mutmaßt er. Seine 70 Stück Milchvieh jedenfalls freut’s. Denn die bekommen ab sofort und bis zum Oktober täglich frisches Gras auf den Futtertisch. Ein schönes Ostergeschenk auch für die Brown-Swiss-Kühe.

Babels Brüder betreiben Käserei und Landhotel am Ort

Der Betrieb Babel in Wald umfasst insgesamt 9 Hektar Ackerland, auf dem bei Umbruch des Ackergrases auch Getreide angebaut wird. Die Milchkühe bekommen ausschließlich Gras, Heu und Getreide gefüttert und liefern dafür mehr als 10.000 Liter Jahresleistung. Die gesamte Milch fließt in die hofeigene Käserei mit Direktvermarktung bzw. in die Familien-Gastronomie. Bruder Michael Babel betreibt ein Landhotel mit Restaurant, Bruder Simon Babel wiederum ist Molkereifachmeister.

Social-Media-Post sorgt für Erstaunen in ganz Deutschland

Auf Instagram sorgte Tobias Babel am Karsamstag jedenfalls für Verwunderung als er ein Foto vom frischbestückten Futtertisch seiner Milchkühe mit saftig grünem Gras postete. "Wahnsinn, wo wächst das?" oder "Da möchte man doch glatt eine Kuh sein" sowie "Top. Bei uns in Nordhessen ist an Gras noch nicht zu denken" lauteten die Kommentare. Und wie sieht's bei Ihnen aus? 

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