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Genetischer Code von 'Regent' geknackt

von , am
26.11.2009

Bonn - Mehltau ist eine Plage für jeden Winzer. Um so wichtiger sind Fortschritte in der Züchtung pilzresistenter Sorten, wie beispielsweise der Rotweinrebsorte "Regent".

© Philippe-Bernard/Fotolia

Der genetische Code der einst vom Julius-Kühn-Institut (JKI) gezüchteten Rotweinrebsorte "Regent" ist nun entschlüsselt worden, teilte der landwirtschaftliche Informationsdienst AID mit. Zwar bestand die Resistenz auch schon vor der Entschlüsselung, doch nun können die Genome von resistenten und nicht-resistenten Rebsorten miteinander verglichen werden, berichtet das Braunschweiger Institut. Die für "Regent" charakteristischen Mehltau-Resistenzgene ließen sich so schneller identifizieren, um den Züchtungsprozess neuer resistenter Sorten zu beschleunigen. Bis zu zehn Jahre seien so einzusparen. Schnellere Erfolge versprechen sich die Forscher auch von der Kombination verschiedener Resistenzen, um widerstandsfähige und angepasste Sorten zu züchten. Viele sonst notwendige und langwierige Arbeitsschritte könnten nun entfallen. Einsparungen versprechen resistente Sorten vor allem auch bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gegen den Echten und Falschen Mehltau.

Pilzresistente Sorten anbauen

Falscher Mehltau, der als fleckenweise auftretendes, dichtes flaumiges Gespinst auf der Unterseite der Blätter auftritt, befällt die Spaltöffnungen insbesondere der jungen Weinblätter. Bei starkem Befall stirbt das Laub ab. Dadurch verringert sich die Versorgung der Weinbeeren, was die Fruchtreife verzögert und den Gehalt an Fruchtzucker herabsetzt. Bei schwerer Infektion kommt es zu Qualitätsverlusten. Echter Mehltau befällt zudem die Oberseite der Blätter. Besonders anfällig für die einst aus Nordamerika eingeschleppten Krankheitserreger sind traditionelle Sorten wie Riesling und Spätburgunder. Durch den Anbau resistenter Sorten könne mehr als die Hälfte an Pflanzenschutzmitteln eingespart werden, berichtet das JKI.

Hohe Traubenqualität mit Widerstandseigenschaften

Würde der Winzer weder resistente Sorten anbauen, noch Pflanzenschutzmittel anwenden, käme es zu enormen wirtschaftlichen Schäden. Die aktuellen Forschungsergebnisse werten die Wissenschaftler aber vor allem als einen deutlichen Beitrag zum umweltschonenden Weinbau. Deutschland sei ohnehin seit Jahren weltweit führend in der Züchtung und im Anbau pilzwiderstandsfähiger Reben. Das Julius-Kühn-Institut betreibt Forschung im Aufgabenbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ziel des JKI-Instituts für Rebenzüchtung ist es, Rebsorten zu züchten, die eine hohe Traubenqualität mit Widerstandseigenschaften verbinden können. (pd)

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