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Geringere Obsternte erwartet

von , am
27.08.2010

Berlin - In Deutschland war das Jahr 2010 für die Obst- und Weinbauern wieder durch starke Wetterextreme gekennzeichnet. Einem zu kalten und nassen Frühjahr mit einem verzögerten Wachstum folgte ein zu heißer und zu trockener Juli.

© Mühlhausen/landpix.de

Dies hatte zur Folge, dass sich die Kosten für die Bewässerung der Kulturen stark erhöht haben und zum Teil auch Pflanzen durch extreme Hitze geschädigt wurden, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem Erntebericht mit.

Demgegenüber waren die Ausfälle durch Hagel bisher insgesamt geringer. Dennoch haben Einzelereignisse regional zu großen Ausfällen und damit auch zu wirtschaftlichen Schäden geführt. Nach der sehr großen Obsternte im Jahr 2009 fällt die Menge heuer geringer aus.

Aussichten für kommenden Weinjahrgang günstig

Zur Einschätzung der zu erwartenden Weinerntemenge ist es noch zu früh. Die qualitativen und quantitativen Aussichten für den kommenden Weinjahrgang sind jedoch aus gegenwärtiger Sicht als sehr günstig einzustufen. Bei der wichtigsten Obstkultur, dem Apfel, tragen - neben der natürlichen Alternanz nach einem starken Jahr - die ungünstigen Witterungsbedingungen zu einer kleineren Produktion bei. Nach derzeitigem Wissensstand wächst eine Apfelernte von rund 890.000 Tonnen heran.

EU-Apfelernte fällt heuer deutlich geringer aus

Die Europäische Apfelernte wird nach den Ergebnissen des Prognosfruit Kongresses auf insgesamt 9,8 Millionen Tonnen geschätzt, gegenüber 11 Millionen Tonnen im Vorjahr. Bei Birnen erwartet Deutschland eine Erntemenge von etwa 46.000 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr mit 52.000 Tonnen bedeutet das ein Minus von 12 Prozent. In der Europäischen Union werden mit insgesamt 2,2 Millionen Tonnen um 19 Prozent weniger erwartet als 2009.

Kostendeckende Preise bei Weichseln

Die Süßkirschenernte in Deutschland fällt ebenfalls deutlich niedriger aus als im letzten Jahr und dürfte bei knapp 30.000 Tonnen liegen. Im Vorjahr wurden immerhin 39.500 Tonnen eingebracht. Bei Weichseln dürfte die diesjährige Erntemenge bei rund 21.000 Tonnen liegen und damit das Vorjahresergebnis von 30.200 Tonnen ebenfalls deutlich unterschritten haben. Nur aufgrund geringerer Lieferungen aus Ungarn und der kleineren deutschen Ernte konnten jedoch zumindest kostendeckende Preise erzielt werden. Auch die Pflaumen- und Zwetschgenernte dürfte mit rund 50.000 Tonnen deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 73.100 Tonnen bleiben. Nach der schwierigen Vermarktungssaison 2009 sind die Marktaussichten allerdings auch bei dieser Kultur für die Erzeuger besser.

Erdbeerernte später gestartet, geringere Menge

Die diesjährige Erdbeerernte startete aufgrund der kühlen Witterung später und konnte den verzögerten Beginn bei der Menge dann nicht mehr aufholen, sodass das Vorjahresergebnis von rund 150.000 Tonnen nicht erreicht wurde. Der DBV geht von einer Ernte von 140.000 Tonnen aus. Auch beim Beerenobst, also Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren, sind die Mengen niedriger als im letzten Jahr. Insgesamt dürfte die Johannisbeerenernte knapp unter 10.000 Tonnen liegen, gegenüber 11.800 Tonnen im letzten Jahr. Bei Himbeeren ist nach 5.000 Tonnen im Jahr 2009 von gut 4.000 Tonnen auszugehen und die Heidelbeeren dürften nach knapp 10.000 Tonnen heuer bei 8.000 Tonnen liegen. (aiz)

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