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Getreide

Die 8 häufigsten Fehler bei der Aussaat von Sommerweizen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
13.02.2015

Sommerweizen hat eine deutlich kürzere Vegetationszeit als Winterweizen. Fehler bei der Aussaat können sich deshalb sehr negativ auf die Erträge auswirken. Hier die häufigsten Fehler im Überblick.

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Weizen stellt an den Boden höhere Ansprüche als Gerste, Roggen und Hafer. Nährstoffmangel und Wasserstress beeinträchtigen seine Ertragsleistung. Beim Sommerweizen kommt erschwerend hinzu, dass seine Vegetationszeit wesentlich kürzer ist als die des Winterweizens. Fehler bei der Aussaat können sich sehr negativ auf die Ertragsleistung auswirken. Hier die häufigsten Fehler im Überblick und ein paar Tipps, wie Sie sie vermeiden können.
 
 

1. Ungeeigneter Boden

Auf leichten Böden (30 bis 40 Bodenpunkte) ist der Sommerweizenanbau nur bei ausreichender Wasserversorgung zu empfehlen. Sommerweizen mag kalkhaltige, nährstoffreiche, tiefgründige Böden. Mit sicheren Kornerträgen kann ab 50 Bodenpunkten gerechnet werden.

2. Falsche Fruchtfolge

Sommerweizen sollte nicht nach anderen Getreidearten angebaut werden, außer nach Hafer, da sonst Fruchtfolgekrankheiten wie Halmbruch, Schwarzbeinigkeit, Getreidezystenälchen (Nematoden) oder Weizengallmücke drohen. Als ideale Vorfrüchte gelten Hackfrüchte wie Kartoffeln und Zuckerrüben, Ölfrüchte, Mais, Körnerleguminosen, laut bauernhof.net.

3. Falscher Aussaatzeitpunkt

Wird zu spät ausgesät, dann verkürzt sich die ohnehin schon kurze Vegetationszeit des Sommerweizens nochmals und die Pflanzen haben nicht ausreichend Zeit zur Bewurzelung und Bestockung. Eine geringere Bestockung führt zu einer geringeren Zahl gut bekörnter Ähren.

4. Falsche Saatbeetbereitung

  • Der Boden ist bei der Bearbeitung noch zu nass: Ist der Boden noch nicht genügend abgetrocknet, entstehen nicht nur Strukturschäden, sondern auch die Mineralisation wird durch Bodenverdichtung eingeschränkt und somit die Nährstoffversorgung des Weizens beeinträchtigt, schreibt Oekolandbau.de. Zu beachten ist, dass Flächen mit dichter Mulchauflage langsamer abtrocknen. Ein ausreichend abgetrocknetes Saatbeet ist unten fest und hat oben eine gleichmäßig ausgebildete lockere Krümelauflage (2-3 cm).
  • Zu tiefe Saatbettbereitung: Die Saatbettbereitung (z. B. mit Flachgrubber, Saatbettkombination usw.) sollte möglichst nur bis zur Saatgutablagetiefe erfolgen. Wird deutlich tiefer bearbeitet, z. B. um Fahrspuren zu beseitigen, kann dies das Kapillarsystem des Bodens, und damit die Wasserversorgung für den Keimling, unterbrechen. Hier sollte das Saatbett z. B. mit einer nachlaufenden Walze bei der Bearbeitung rückverfestigt werden, empfiehlt das Sächsisches Landesamt für Landwirtschaft.

5. Falsche Saattiefe

  • Wird zu flach gesät, besteht u.a. die Gefahr von Vogelfrass.
  • Wird zu tief gesät, verzögert sich die Keimung/das Auflaufen der Samen. Die optimale Aussaattiefe liegt zwischen 2 und 4 Zentimetern (cm), je nasser der Unterboden ist, umso flacher sollte ausgesät werden. 

6. Falsche Aussaatmenge/Saatdichte

  • Eine zu geringe Saatstärke bei später Aussaat oder einem qualitativ schlechten Saatbett schmälert den Ertrag
  • Bei zu hohen Saatstärken von über 400 Körnern je Quadratmeter besteht Lagergefahr, falls die Bestockung der Pflanzen wider Erwarten gut ausfällt. Im ökologischen Landbau gilt ein anderer Richtwert: hier werden 450 Körner je Quadratmeter genannt (oekolandbau.de

Berechnung der Saatdichte:
Saatmenge in kg/ha = Keimfähige Körner/m2 x Tausendkorngewicht in Gramm x 100
                                           Keimfähigkeit (%) x Feldaufgang (%)

7. Saatgut von geringer Qualität

    Um der Übertragung von Pflanzenkrankheitenüber das Saatgut vorzubeugen, sollte zertifiziertes Saatgut verwendet werden, das entsprechend untersucht worden ist. Auch selbst nachgebautes Saatgut sollte man untersuchen lassen, z.B. auf Steinbrandsporen, auf seine Keimfähigkeit und sein Tausendkorngewicht, damit die korrekte Saatmenge ermittelt werden kann, empfiehlt oekolandbau.de. Vorteile bringe auch die Verwendung großkörnigen Saatgutes. Mit zunehmender Korngröße nehme der Befall der Körner mit Fusarium spp. und Septoria nodorum ab, während Keimfähigkeit, Feldaufgang und Ertrag stiegen. Am besten Saatgut über 2,5 mm oder über 2,75 mm einsetzen.

    8. Falsche Düngung

    • Zu hohe Stickstoffgaben vor der Bestockung führen zu überzogenen Bestandsdichten. Daher sollten Einzelgaben von mehr als 50 kg N/ha vermieden werden, empfiehlt Markus Tschischej von der Landwirtschaftskammer Kärnten. Der Gesamtbedarf an Stickstoff liegt bei 80 bis 210 Kilogramm pro Hektar, die auf drei Gaben verteilt werden sollten: Erste und zweite Gabe im Frühjahr, dritte Gabe als Stickstoff-Spätdüngung vor dem Ährenschieben.
    • Die Grunddüngung mit Phosphat 30 bis 85 kg/ha und Kalium mit 20 bis 60 kg /ha sollte in einer Gabe vor der Saat ausgebracht werden, meint bauernhof.net, dann bestehe keine Auswaschungsgefahr.       
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