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Wasserschutz

Abwässer der Kanalisation: Nitratbelastung Thema im Petitionsausschuss

Kläranlagen
am Donnerstag, 11.06.2020 - 06:00 (1 Kommentar)

Kommenden Montag befasst sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages mit der Forderung nach einem Einleitungsstopp von ungeklärten Abwässern in Bäche und Flüsse. Sogenannte Mischwasserkanäle müssten eine Ende haben, fordert Landwirt Christian Lohmeyer.

Die maroden und oft völlig veralteten Kanalisationen unter den meisten deutschen Städten müssten saniert werden, schreibt der Landwirt von der Weser. Nötig sei es, den momentanen Umfang der Einleitung deutlich zu beziffern.

Zudem müssten die in den Abwässern enthaltenen Substanzen entsprechend bewertet werden. Schuld an den Nitrateinträgen in Gewässer sei nicht nur die Stickstoffdüngung.

Einleitung von ungeklärtem Abwasser scheint gängige Praxis zu sein

Lohmeyer kritisiert in seiner Eingabe, dass die Einleitung von ungeklärten Abwässern in Flüsse und Bäche „gängige Praxis in Deutschland zu sein scheint“. Dagegen hatte er die Petition gestartet und mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt.

Weiter müssten Einleitungspunkte zudem "umgehend kenntlich gemacht werden", sodass Angler und Badende sie auch bei normalen Wasserständen erkennen könnten. Allein die Stadt Magdeburg betreibe 141 solcher Einlassstellen, so der Landwirt. In der Landeshauptstadt hatte Anwohner Thomas Tilsch die widerlichen Entdeckungen an der Elbe dokumentiert.

Niederschlags- mit Haushaltsabwasser ins Klärwerk

Zahlreiche Städte hätten Kanalisationen, die mehr als 100 Jahre alt seien. Sie seien nicht nur marode, sondern oft auch als sogenannte „Mischwasserkanäle“ ausgelegt, Dadurch werde Niederschlags- und Haushaltswasser zusammen zum Klärwerk geleitet.

Bei Regen würden diese Abwässer unkontrolliert in die Bäche und Flüsse abgegeben. Die Folge: „Alles, was in einem Haushalt in die Kanalisation geht, gelange ungeklärt in die Natur", so der Gegner der einseitigen Schuldzuweisungen an die Landwirte.

Dazu gehörten neben Fäkalien etwa auch Spül- und Waschmittel, Kosmetika, Medikamente und vor allem ausgeschiedene Humanantibiotika sowie "entsprechend auch multiresistente Keime".

So können Sie live beim Petitionsausschuss des Bundestages dabei sein

Am 15. Juni 2020 ab 12:00 Uhr tage der Petitionsausschuss in dieser Sache, so Lohmeyer bei facebook. Interessierte Besucher können sich mit Vor- und Zunamen sowie Geburtsdatum zur Teilnahme beim Sekretariat des Petitionsausschusses anmelden: Telefon 030/ 227–35257, Fax 030/227–36053, E-Mail vorzimmer.peta@bundestag.de). Zum Einlass ist ein Personaldokument mitzubringen.

Mit Material von Lohmeyer, LsV, Volksstimme

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