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Umfrage

Ackerbauberatung: Das sind die 13 Lücken im chemischen Pflanzenschutz

AF_Spritze-Herbizid-Mais
am Freitag, 14.02.2020 - 06:03 (1 Kommentar)

Im chemischen Pflanzenschutz entstehen immer mehr Lücken. Viele Wirkstoffe fallen weg oder werden wegen Resistenzen unbrauchbar. Eine Umfrage unter süddeutschen Pflanzenbauberatern zeigt, wo der Schuh drückt.

Noch löst chemischer Pflanzenschutz viele phytomedizinische Probleme und hilft, die Erträge zu sichern. Künftig spielen auch mehr ackerbauliche Tugenden wieder eine größere Rolle. Doch nicht alle momentanen Schwierigkeiten lassen sich damit lösen.

Umfrage unter Pflanzenbauberatern in Baden-Württemberg

Pekrun-Carola-Prof.

Prof. Dr. Carola Pekrun von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen hat 2019 eine nicht repräsentative Umfrage unter Pflanzenbauberaterinnen und -beratern in Baden-Württemberg gemacht. Sie zeigt, welche Lücken im chemischen Pflanzenschutz bereits bestehen oder welche in naher Zukunft befürchtet werden.

Neben spürbarer Verunsicherung wegen jährlich stark wechselnder Informationen zur Verfügbarkeit einzelner Wirkstoffe und zur Zulassung erlaubter Produkte gibt es demnach 13 wichtige Herausforderungen, die agrarheute hier zusammenstellt.

Das sind die Probleme bei Herbiziden

1. Herbizidresistenter Ackerfuchsschwanz

2. Resistenzen gegen Sulfonylharnstoffe bei Unkrauthirsen

3. Wegfall von Glyphosat: Zunahme von ausdauernden Unkräutern

Das bedeutet der Wegfall von Insektiziden

4. Insektizidresistenter Rapsglanzkäfer, teilweise auch Rapserdfloh

5. Fehlende neonikotinoide Beize in Raps, Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln

6. Wegfall der Mesurolbeize in Mais: Krähenfraß

7. zunehmende Populationen Maiswurzelbohrer

Das sind die Schwierigkeiten ohne Fungizide

8. Cercospora-Blattflecken in Zuckerrüben, Resistenz gegen Strobilurine, zusätzlich Wegfall von Epoxiconazol

9. Blattkrankheiten in Getreide, wenn nur noch zwei Wirkstoffe verfügbar

10. Wegfall von Chlorthalonil: Ramularia in Gerste

Das sind weitere Lücken

11. Wegfall von Reglone zur Krautabtötung von Kartoffeln

12. Syndrom Basses richesses (SBR ) in Zuckerrüben

13. Anwendungsbestimmungen Wind bei der Saat: Beizstaub.

Antworten auf die Frage, inwiefern sich Lücken im chemischen Pflanzenschutz durch Rückbesinnung auf pflanzenbauliche Tugenden lösen lassen, finden Sie in der gedruckten Ausgabe von agrarheute im Februar-Heft 2/2020 ab Seite 100.

Mit Material von Pekrun, HfWU
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