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Herbizidresistenz

Ackerfuchsschwanz: Das ist nach der Ernte zu tun

Ackerfuchsschwanz in einem Weizenbestand
am Freitag, 10.07.2020 - 11:51 (Jetzt kommentieren)

Ackerfuchsschwanz mit Herbizidresistenz ist hartnäckig. So lässt er sich nach der Ernte mechanisch bekämpfen.

Auch in diesem Jahr ist trotz Herbizideinsatzes wieder Ackerfuchsschwanz in Getreide und Raps durchgekommen. Die Anzahl der Wirkstoffe, die noch etwas ausrichten können, nimmt stetig ab. Ackerfuchsschwanz mit Resistenzen gegen mehrere Wirkmechanismen breitet sich aus. Doch wie ist vorzugehen, wenn der Ackerfuchsschwanz auf den Flächen überhand nimmt?

Ackerfuchsschwanz mechanisch bekämpfen

Nach der Ernte ist ein guter Zeitpunkt, um das Problem mechanisch anzugehen. Hier haben sich drei Möglichkeiten bewährt.

Eine Option ist, die Samen mithilfe flacher Bodenbearbeitung zum Keimen zu bewegen. Hierzu eignet sich der Striegel. Das Problem bei dieser Möglichkeit: Laut dem Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen keimen höchstens 10 % der Samen im gleichen Jahr aus. Die Samenkörner, die auskeimen, kommen oft erst im September und später hoch. Ein Teil wird sogar verschüttet und geht in eine Keimruhe über.

Eine weitere, beliebte Methode, um das hartnäckige Gras zu bekämpfen, ist das Unterpflügen der ausgefallenen Fuchsschwanzsamen. Doch dabei ist Vorsicht geboten, die Wirkung des Pflugs wird vielfach überschätzt. Es ist richtig, dass einige der untergepflügten Samen absterben und verrotten. Auf gut durchlüfteten Böden verrotten etwa 50 % der Samen innerhalb des ersten Jahres. Innerhalb von vier Jahren sollten die meisten Samen verrottet sein. Doch in weniger gut durchlüfteten Ton- und Marschböden sind die Samen oft sogar nach fünf und mehr Jahren noch keimfähig.

Hier hilft es, die im Boden schlummernden Samen durch ein Falsches Saatbett, also intensive Bodenbearbeitung vor der eigentlichen Aussaat, wieder an die Erdoberfläche zu holen. Dort keimen sie aus und lassen sich anschließend mit Glyphosat abtöten. Dennoch schlummert weiterhin ein großes Samenpotenzial im Boden.

Zwischenfrüchte als Lösung

Stattdessen empfehlen die Pflanzenschutzberater auf Bodenbearbeitung zu verzichten und nach dem Drusch eine Zwischenfrucht einzuschlitzen.

So bleiben die Samenkörner an der Oberfläche und verrotten bis zum Frühjahr. In trockenen Jahren eignen sich für diese Möglichkeit eher kleinkörnige Zwischenfrüchte. Diese benötigen weniger Wasser zum Keimen. Die Pflanzenschutzberater empfehlen Phacelia, da sie sich schnell entwickelt und den Boden beschattet. Je nach Fruchtfolge eignen sich auch Ölrettich oder Senf.

Nachteilig ist, dass auch das Ausfallgetreide ungestört auskeimt. Es kann als grüne Brücke für Schädlinge dienen und muss im Frühjahr entfernt werden. Immerhin trägt es zur Rotte der Fuchsschwanzsamen bei und hält Stickstoff bis ins Frühjahr im Boden. Aus Sicht der Pflanzenschutzberater ist diese Methode die beste, um die resistenten Samen der Ungräser langfristig aus den Beständen zu entfernen.

Auf Herbizidresistenzen testen

Für künftige Herbizidbehandlungen ist hilft es zu wissen, welche Resistenzen auf Ihren Flächen schon vorhanden sind.

Um das herauszufinden, ernten Sie zunächst einige Grassamen von Hand. Diese Probe sollten Sie bei einem Anbieter für Resistenzuntersuchungen einschicken. Die eingesendete Samenprobe sollte pro Fläche etwa 200 ml groß sein. Nur so bekommen Sie endgültig Klarheit, wie breit die Wirkstoffresistenzen in Ihren Beständen bereits fortgeschritten sind.  

Mit Material von Landwirtschaftskammer NRW

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