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Unkrautbekämpfung

Ackerfuchsschwanz und Windhalm: So können Sie im Frühjahr korrigieren

Unkrautbekämpfung im Getreide im Frühjahr
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
06.02.2019

Im trockenen Herbst konnten Unkräuter vielfach nicht wirkungsvoll behandelt werden. Die Folge: In den kommenden Monaten wird einiges an verzettelten Gräsern sprießen. Hier unser Check, welche Herbizide jetzt im Wintergetreide möglich sind.

Getreide gegen Unkräuter – das ist ein ewiger Kampf um Wasser, Platz, Licht und Nährstoffe. Sollen Ackerfuchsschwanz und Windhalm noch im Frühjahr bekämpft werden, hat der Landwirt mittlerweile deutlich weniger Mittel zur Auswahl als noch vor einigen Jahren. Im vergangenen Herbst konnten viele Herbizideinsätze aufgrund der Trockenheit nicht so durchgeführt werden wie geplant.

Sie können im Wesentlichen Herbizide aus zwei Wirkstoffgruppen wählen: aus den ALS- oder den ACCase-Hemmern.

Ackerfuchsschwanz: Resistenzen

Bei Ackerfuchsschwanz sind vor allem die Produkte aus der Atlantis-Reihe zu nennen. Sie zeigten in den Versuchen in Niedersachsen die sicherste Wirkung. Hier sollte an der Aufwandmenge nicht gespart werden.

Besonders bei hohen Besatzdichten kann es sonst schnell zu Resistenzen kommen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang die Behandlung von Ackerfuchsschwanz in Winterroggen, Wintertriticale und Dinkel. Hier sind die Atlantis-Produkte nur mit verminderten Aufwandmengen zugelassen.

Attribut nicht vor Raps und Rüben

Auch Attribut lässt sich zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz heranziehen. Hier ist allerdings auf die Nachbaueinschränkungen von Raps und Zuckerrüben hinzuweisen.

Ähnlich dem Atlantis sind auch bei Attribut in Winterroggen und Triticale nur verminderte Aufwandmengen zugelassen. Dies steht dem Prinzip des Resistenzmanagements auf Ackerfuchsschwanzstandorten mit hohen Besatzdichten entgegen.

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Bei Resistenz: Im Frühjahr vielfach zu spät

Auf Standorten mit ALS-Resistenz bleibt nur die Möglichkeit, mit Traxos eine Teilwirkung zu erreichen. Diese Behandlung muss aber möglichst noch im Spätherbst erfolgen, da die reine Frühjahrsanwendung wahrscheinlich nicht mehr zum gewünschten Erfolg führt.

Auch der Einsatz von Axial Komplett sollte unter diesen Bedingungen unterbleiben, denn auch hier schwankt die Wirkung stärker als beim Soloprodukt.

Sortenverträglichkeit bei Chlortoluron beachten

Ein weiterer Baustein im Resistenzmanagement sind die Herbizide Lentipur 700 oder Toluron 700 SC mit dem Wirkstoff Chlortoluron.

Beide Produkte sind im Frühjahr nur in Wintergerste und Winterweizen zugelassen. Achten Sie beim Winterweizen auf die Sortenverträglichkeit. Der Soloeinsatz der beiden Produkte auf Ackerfuchsschwanz im Frühjahr gilt als zu schwach und wird daher nicht empfohlen.

Windhalm: Was noch wirkt

Steht der Windhalm im Fokus des Interesses, ist auch hier fraglich, ob beide Wirkstoffgruppen noch voll wirken – ALS- wie ACC­ase-Hemmer. Erste Standorte haben gegen dieses Ungras Resistenzen herausgebildet.

Ist in Ihrem Betrieb die Behandlungsquote im Frühjahr hoch, sollten Sie die Wirkstoffgruppen in den Anbaujahren wechseln. Die wirksamsten Herbizide gegen Windhalm sind Broadway, Axial oder Husar Plus.

Auf Standorten, auf denen Sie sowohl mit Ackerfuchsschwanz als auch mit Windhalm kämpfen, sind je nach Befallsdruck erhöhte Aufwandmengen von Broadway, Atlantis-Produkten oder Traxos einzusetzen.

Eine Sonderstellung in dieser Herangehensweise nimmt Avoxa ein, das seit 2018 auf dem Markt ist. Es kombiniert die gräserwirksamen Herbizide aus Broadway und Axial. Das neue Mittel vereinigt damit zwei hoch resistenzgefährdete Wirkstoffgruppen. Der Einsatz auf Resistenzstandorten ist nicht sinnvoll, weil es dem Gedanken des Resistenzmanagements entgegensteht.

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