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Getreide

Ährenfusariosen: Enges Behandlungsfenster öffnet sich

von , am
08.06.2013

In Winterweizen beginnt mit der Blühphase das kritische Stadium für Infektionen mit Ährenfusariosen.

Die Symptome der Ährenfusariosen zeigen sich als partielle Taubährigkeit im Getreide. © hapo/landpixel
Ährenfusariosen können Ertragsverluste und Qualitätseinbußen sowie eine erhöhten Mykotoxinbelastung des Erntegutes verursachen. In seinem aktuellen Rat zum Pflanzenschutz geht das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) auf die Problematik ein. Für das Aufquellen der Perithecien (Fruchtkörper des Pilzes) auf den Vorfrucht-Stoppelresten von Mais und Getreide sind demnach die sehr feuchten Witterungsbedingungen in diesem Jahr sehr günstig, so dass von einem hohen Ascosporenflug auszugehen ist.
 
Auf jeden Fall bestehe für Risikoschläge mit
  • Vorfrucht Mais oder Winterweizen,
  • nicht wendender Bodenbearbeitung und
  • anfälliger Sorte (ab BSA-Einstufung 5)
eine erhöhte Infektionsgefahr. Das gelte auch für Maisvorfrucht und Bodenbearbeitung mit dem Pflug. Kritisch könne es laut LfULG Sachsen in diesem Jahr auch für weniger gefährdete Bestände mit Sorten ab einer Einstufung von BSA-Note 5 wie beispielsweise Rapsvorfrucht/pfluglose Bestellung, Sorte JB Asano werden.

Enges Behandlungsfenster

"Die in den nächsten Tagen zu erwarteten ansteigenden Temperaturen mit weiteren Schauern und Gewittern werden nicht zur Entspannung der Situation führen und erfordern jeweils eine genaue Abschätzung der konkreten Situation vor Ort", empfiehlt das LfULG Sachsen. Der optimale Behandlungstermin liege zwischen einen bis zwei Tage vor bis drei Tage nach einem Niederschlagsereignis im BBCH 61 bis 69, bei Temperaturen ab 16 °C. 

Richtige Dosierung

Bezüglich der Bekämpfung geben die Pflanzenbauexperten von N.U. Agrar folgenden Rat: Die Bekämpfungsmaßnahme kann - soweit zugelassen und keine Verätzungen zu erwarten sind - mit geringerer Wassermenge durchgeführt werden. Dabei ist aber zu beachten, dass gleichzeitig die Konzentration der Wirkstoffe ansteigt. Somit muss die Konzentration bei schärfer formulierten Fungiziden dem Wasseraufwand angepasst werden. Voraussetzung sei, dass der Weizen nach ausreichenden Fungizidvorlagen gesund ist und die PSM-Zulassung das auch ermögliche. Des Weiteren ist bei der Maßnahme laut N.U. Agrar auf eine ausreichende Benetzung der Ähre zu achten, die durch Zugabe von geeigneten Additiven verbessert werden könne.
 
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