Login
Bodeninventur

Anteil Humus im Boden: Kalken verbessert pH-Werte

AF_Bodenproben-ziehen
Thumbnail
Karl Bockholt, agrarheute
am
17.12.2018

42 Prozent der mineralischen Ackerböden und 57 Prozent unter Dauergrünland liegen unter dem Optimum beim pH-Wert. Das zeigt die erste bundesweite Bodenzustandserhebung.

Am Weltbodentag veröffentliche das Thünen-Institut seine Ergebnisse der ersten bundesweit einheitlichen Inventur landwirtschaftlich genutzter Böden. Vorrangig ging es dabei um die Vorräte an Humus, also an organischen Kohlenstoffen (Corg). Ergänzend wurden aber auch weitere Bodenkennwerte bewertet, wie pH-Wert und N-Gehalt. 

So hängen Humusgehalt und pH-Wert zusammen

Der Thünen Report 64 fasst den Wissensstand zur Wechselwirkung zwischen pH-Wert und Humusgehalt in zwei Punkten zusammen:

  • Wird der pH-Wert erhöht, kommt es zu mehr mikrobieller Aktivität. Damit nimmt der Corg-Vorrat möglicherweise kurzfristig ab. 
  • Umgekehrt kann der Corg-Vorrat durch Kalken aber auch ansteigen. Nimmt die Produktivität der Pflanzen zu, steigert das den Corg-Eintrag in den Boden. Zudem verbessert Kalk die Bodenstruktur. Das senkt die Corg-Mineralisationsrate.

Was die Bodeninventur zeigt

Bei der Zustandserhebung wurde der pH-Wert wegen Überlagerungseffekten durch Kalkung und Landnutzungsart nicht als direkte Einflussgröße für den Corg-Vorrat identifiziert. Die Bodeninventur liefert aber handfeste Daten:  

  • pH zu niedrig: An den Probepunkten lagen 42 % der mineralischen Ackerböden und 57 % der Böden unter Dauergrünland unter dem Optimum beim pH-Wert, je nach Tongehalt.
  • pH optimal: Nur 35 % Acker- und 24 % Dauergrünland-Böden wiesen einen pH-Wert im optimalen Bereich auf.
  • pH zu hoch: Bei 23 % der Ackerböden und bei 19 % der Böden unter Dauergrünland lag der pH-Wert über den als optimal empfohlenen Wertebereichen. Diese Probepunkte waren zu einem Drittel auf Böden mit carbonatischen Ausgangsgestein zu finden.

Gesundungs- oder Erhaltungskalkung

Kalkung:Gesund-, Erhatungskalkung

Auf Standorten mit pH-Werten unter dem Optimum in der pH-Klasse A/B nach VDLUFA wird eine Gesundungskalkung nötig. Nur so lassen sich die Erträge sichern und die Neigung zu Bodenverdichtung, Verschlämmung und Erosion senken.

(Grafik links: Anteil der Probepunkte aus der Bodeninventur in den für die Beurteilung des pH-Werts in 0-30 cm relevanten Gruppen der Bodentextur nach VDLUFA; Zahlen = Stichprobenumfang, * = auch Böden mit Tongehalten < 17 %, Schluffgehalt > 50 %.)

Kalken wirkt auf den Humusgehalt

Der pH-Wert beeinflusst chemische, physikalische und biologische Bodeneigenschaften und steuert die Löslichkeit von Pflanzennährstoffen. Darum ist ein optimaler pH-Wert wichtig. Nur so lässt sich das Ertragspotential voll nutzen. 

Bei der Inventur werden die im VDLUFA-Standpunkt zum Kalkbedarf definierten bodenspezifisch optimalen pH-Werte zugrunde gelegt. Die Ziel-pH-Werte mineralischer Böden variieren dabei je nach Ton- und Humusgehalt und Nutzung Acker oder Grünland. 

Um die optimalen pH-Werte zu erlangen, hat sich bei vielen deutschen Böden das Kalken bewährt. Kalken liefert Nährstoffe, optimiert die Kationenbelegung der Austauscher und fördert das Bodenleben. So wirkt Kalken auch auf den Corg-Vorrat im Boden.

Mit Material von TI, BMEL, DHG, VDLUFA

Die Kurzfassung der Studie "Humus in landwirtschaftlichen Böden"

Auch interessant