Login
Düngeverordnung

Anteilige Ammoniumernährung: So verbessern Sie die P-Ausnutzung

EuroChem Agro/Krauß/agrarheute
am
04.05.2016

Laut EuroChem Agro kann die Ammoniumernährung helfen, die in der geplanten DüV-Novelle vorgesehene Forderung nach einer effizienteren P-Düngung zu erfüllen.

Wie der Düngemittelanbieter EuroChem Agro aktuell schreibt, wirke sich die anteilige Ammoniumernährung unter anderem positiv

  • auf die Ausnutzung des zugeführten Stickstoffs und
  • auf die Wurzelleistung der Pflanzen aus.

In der geplanten DüV-Novelle sollen die bisher zulässigen Bilanzüberschüsse (ab 2018) herabgesetzt werden,

  • bei Stickstoff von bislang 60 kg/ha auf 50 kg/ha/a (im Durchschnitt der letzten 3 Düngejahre) und
  • bei der Phosphatdüngung von bislang 20 kg/ha P2O5 auf dann 10 kg/ha/a (im Durchschnitt der letzten 6 Düngejahre).

Führt man diese Punkte zusammen, könne der anteiligen Ammoniumernährung nach Sicht des Unternehmens eine wichtige Rolle in der effizienteren Phosphatdüngung zufallen.

P-Effizienz: Gute fachliche Praxis bietet Instrumente

Die Ausnutzungsrate von Phosphat könne laut EuroChem Agro bereits heute durch folgende Instrumente der guten fachlichen Praxis erhöht werden:

  • Die Einhaltung eines guten Kalkzustands des Bodens (pH-Wert).
  • Das Anstreben der Bodengehaltsklasse C.
  • Die Anwendung wasserlöslicher bzw. ammoncitratlöslicher und damit direkt wurzelverfügbarer Phosphat-Dünger.
  • Die Wahl der Düngezeitpunkte entsprechend dem Bedarf der Pflanzen.
  • Die räumliche Platzierung der Phosphat- (und Ammonium-) Düngung in Wurzelnähe.

Ammoniumdüngung ist nicht gleich Ammoniumernährung

Ein weiterer Ansatz zur Steigerung der Phosphatverwertung bestehe laut EuroChem Agro über die Stickstoffdüngung - und hier speziell über die ammoniumbetonte Pflanzenernährung. Da die Ammoniumaufnahme mit einer Absenkung des pH-Werts im Rhizosphärenbereich einhergeht, bewirke sie indirekt auch eine Verbesserung der Phosphatmobilisierung und eine Steigerung der Phosphataufnahme.

Allerdings sei Ammoniumdüngung nicht gleich -ernährung, da letztere erst durch den Einsatz von Nitrifikationshemmstoffen wie DMPP möglich wird, wie sie in den ENTEC-Stickstoffdüngern enthalten sind.

  • So schütze der Wirkstoff DMPP den Ammoniumanteil des Düngers vor der Nitrifikation im Boden,
  • setzt so die Konkurrenzsituation zwischen den Pflanzen und den nitrifizierenden Bakterien um den Ammoniumstickstoff zeitweilig aus und
  • schaffe damit erst die Voraussetzung für die Ammoniumernährung.

Bei der Aufnahme des NH4+-N durch die Wurzeln werden H+-Ionen an die Umgebung abgegeben. In der Folge sinke der pH-Wert in der Rhizosphäre beträchtlich. Das führt zu dem positiven Nebeneffekt, dass das in unmittelbarer Umgebung vornehmlich in Form von Calciumphosphaten wie Apatit-Rohphosphat gebundene Phosphat und weitere Mikronährstoffe mobilisiert und damit pflanzenverfügbar werden.

Düngerstreuer: Das hat der Markt zu bieten

Auch interessant