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Pflanzenbiotechnologie

Argentinien lässt weltweit ersten GVO-Weizen zu

Reife Weizenähren wiegen sich im Wind
am Montag, 12.10.2020 - 09:15 (1 Kommentar)

Argentinien hat den weltweit ersten gentechnisch veränderten Weizen zugelassen. Die Genehmigung steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass der wichtige Abnehmer Brasilien die neue Sorte ebenfalls zulässt.

Wie das Wissenschaftsministerium in Buenos Aires mitteilte, handelt es sich um den trockenheitstoleranten HB4-Weizen „Event“. Die Sorte wurde von einer Forschungskooperation staatlicher Einrichtungen und des Unternehmens Bioceres entwickelt.

Man habe etwas geschafft, „das auf Weltebene wegweisend sein werde“, so das Ministerium. Mit „Event“ könne die Produktion an den zunehmenden Trockenheitsstress angepasst werden. Dadurch würden die Ernten sicherer.

Bioceres berichtete, dass die Hektarerträge mit dem gentechnisch veränderten Weizen in Dürrezeiten um durchschnittlich ein Fünftel höher ausfielen. Das sei nicht nur gut für die Produktionssicherheit, sondern schütze auch die Natur. Für den Anbau werde dadurch nämlich weniger Fläche benötigt.

Erzeuger sehen die Vorteile, bangen aber um ihre Exportmärkte

Im landwirtschaftlichen Berufsstand waren die Reaktionen gemischt. Zwar wurden auch von den Bauernverbänden die Vorteile für die Ertragssicherheit betont. Außerdem halten sie die Technologie für sicher, denn beim nun vorliegenden HB-Weizen gebe es keinen Unterschied zu herkömmlich gezüchteten Weizensorten. Probleme sehen die Bauernvertreter allerdings bei der sicheren Trennung der Produktlinien.

Beimischungen des gentechnisch veränderten Organismus (GVO) zu herkömmlichem Weizen könnten zu Problemen auf dem Weltmarkt führen, fürchten die Verbände. Der Ruf Argentiniens als zuverlässiger Lieferant sicherer Nahrungsmittel stehe auf dem Spiel. Wenn es zu Verunreinigungen komme, könne der Schaden größer sein als der Nutzen. Deshalb müssten die Produktionslinien sicherer getrennt werden, um für diejenigen, die GV-Weizen nicht haben wollten, Gentechnikfreiheit garantieren zu können.

Mit Material von AgE

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