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Getreide

Argentinien: Weizenexporte fast halbiert

von , am
26.06.2012

In Argentinien setzt sich der Trend des rückläufigen Weizenanbaus infolge der administrative Markt- und Exportregulierung unvermindert fort. Die Exportprognose für Weizen wurde halbiert.

© H.-M. Fischer /pixelio
Argentiniens Weizenexporte werden sich im kommenden Wirtschaftsjahr fast halbieren. Das Landwirtschaftsministerium in Buenos Aires rechnet auf der Basis einer aktuellen Anbauerhebung nur noch mit einer Weizenausfuhr von sechs Millionen Tonnen. Mit der reduzierten Exportprognose folgen die Argentinier zudem einer Reihe anderer Länder, die in den letzten Wochen ihre Ernten und Exportprognosen bei Weizen reduziert haben. Dazu zählten neben Australien und Russland unter anderem auch die Ukraine und Kasachstan sowie China.
 

Markt zu stark reguliert

Im letzten Jahr waren die Argentinier mit einer Ausfuhrmenge von fast elf Millionen Tonnen noch die Nummer sechs unter den großen Weizenexporteuren. Mit der neuen Exportschätzung des Ministeriums blieben die argentinischen Ausfuhren sogar eine Millionen Tonnen unter der Juni-Prognose des USDA, die ebenfalls auf der Anbauplanung der argentinischen Landwirte basierte.
 
Allerdings reguliert das Agrarministerium den Export von Weizen und auch von Mais in Argentinien sehr stark und gibt die möglichen Ausfuhrmengen vor. Dies geschieht auf Basis der erwarten Produktion und Bestände und diese liegen deutlich niedriger als im letzten Jahr. Eine Folge der starken Marktregulierung ist der Wechsel vieler Farmer vom Weizen zur Gerste und zu anderen deutlich weniger regulierten Kulturen.

Anbaufläche schrumpft im weiter

Das argentinische Landwirtschaftsministerium hat die Weizenanbaufläche für die im Juni erfolgte Weizenaussaat auf 3,8 Millionen Hektar (Mio. ha) veranschlagt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang von 0,8 Mio. ha bzw. 17 Prozent und auch zu Mai-Schätzung des Ministeriums ist die Anbaufläche noch um 0,2 Mio. ha oder fünf Prozent kleiner. Damit setzt sich der Trend des rückläufigen Weizenanbaus infolge der administrative Markt- und Exportregulierung unvermindert fort.
 
Im letzten Jahr hatten Farmer auf 4,6 Mio. ha Weizen angebaut, im Jahr 2007/08 betrug die Anbaufläche 5,9 Mio. ha und 2001/02 waren es sogar 7,1 Mio. ha. Der argentinische Inlandsbedarf liegt bei etwa 6,5 Millionen Tonnen Weizen und die derzeitigen Lagerbestände sind mit 1,5 Millionen Tonnen nur halb so hoch wie im letzten Jahr.
 
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