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Getreide

Auftreten von Schwarzrost immer wahrscheinlicher

© YueJin
von , am
30.04.2014

2013 trat in Deutschland zum ersten Mal seit Jahrzehnten der gefürchtete Schwarzrost bei Weizen auf.
Analysen des Julius-Kühn-Instituts wiesen Pilzrassen mit hoher Virulenz in den Proben nach.

Schwarzrost an Weizen © JKI
Das Julius Kühn-Institut (JKI) untersuchte nach dem Auftreten von Schwarzrost Proben von deutschen Weizenfeldern und identifizierte hauptsächlich zwei Rostpilzrassen. Die gefürchtete Rasse Ug99 und ihre Abkömmlinge waren allerdings nicht dabei. "Ursachen für den Ausbruch in Deutschland waren die hohen Temperaturen im Juni 2013 sowie die ungewöhnlich späte Entwicklung des Winterweizens aufgrund des kühlen Frühjahrs", erklärt Dr. Kerstin Flath von JKI.
 
Allerdings sind auch die festgestellten Rassen hochvirulent, das heißt, sie konnten eine Vielzahl von vormals resistenten Weizensorten befallen. "Von den 15 meist angebauten deutschen Weizensorten hatten nur zwei in unseren Blatttests den Erregern etwas entgegen zu setzen", berichtet Dr. Flath. Sollten die diesjährigen Feldversuche die Labortests bestätigen, stehen die deutschen Landwirte vor neuen Herausforderungen.
 

Resistente Sorten werden gebraucht

"Alles deutet darauf hin, dass Schwarzrost-Epidemien in Deutschland aufgrund höherer Frühsommertemperaturen in Zukunft häufiger auftreten, auch weil die Sporen, die mit dem Wind nach Europa getragen werden, die milden Winter vermutlich überleben können", so Dr. Kerstin Flath. Die Erreger, die erst nach der letzten Pflanzenschutzmittelgabe einfliegen, entziehen sich der regulären Fungizidbehandlung.
 
Neue resistente Sorten seien  ein guter Ansatz, die Schwarzrostpilze zu bekämpfen, so das Fazit der JKI-Wissenschaftler. Dafür müssten Resistenzgene aus internationalen Sortimenten, die noch wirksam gegen die festgestellten Hauptrassen sind, in deutsche Weizensorten eingekreuzt werden. Diese Herangehensweise decke sich mit den Arbeiten der JKI-Züchtungsforschung, deren Ziel es sei neue wirksame Resistenzgene zu identifizieren und sie über molekulare Marker den Züchtungsunternehmen zugänglich zu machen.
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