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Getreide

Australien: Trotz schlechter Weizenernte hohe Exporte

© Mühlhausen/landpixel
von , am
11.09.2012

Die australische Agrarbehörde ABARE hat heute die Ernteprognose für den Weizen veröffentlicht. Trotz Korrekturen nach unten, bleibt das Exportvolumen aufgrund vorhandener Lagerbestände groß.

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Australiens zum Jahresende anstehende Weizenernte wird etwa ein Viertel unter dem Rekordergebnis des Vorjahres bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt die staatliche australische Agrarbehörde ABARE in ihrer heute veröffentlichten Ernteprognose. Auf Grund der sehr hohen Lagerbestände aus der Rekordernte des Vorjahres ist das Exportpotential jedoch überraschend hoch.

Trockenheit breitet sich aus

Die Experten von ABARE rechnen in ihrer Septemberprognose nur noch mit einer Weizenernte von 22,5 Millionen Tonnen (Mio. t). Im Vergleich zur letzten Prognose von Juni ist dies ein weiterer Rückgang von 1,6 Mio. t und im Vergleich zur letzten Ernte von sieben Millionen Tonnen oder 24 Prozent.
Grund ist die anhaltende Trockenheit im wichtigsten Weizenanbaustaat Westaustralien, wo die Produktion am stärksten schrumpft. Gleichwohl sind auch andere Bundesstaaten wie Neusüdwales und in Victoria zunehmend betroffen.

Exporte trotz schlechter Ernte hoch

Überraschend ist die Einschätzung der australischen Marktexperten zum Export. Im letzten Jahr waren die Australier mit 23 Mio. t nach den USA und vor Russland der weltweit zweitgrößte Weizenexporteur. In ihrer Septemberprognose halten die Experten von ABARE ein Exportvolumen von 21,5 Mio. t fest - davon sind fünf Millionen Tonnen aus Beständen - für möglich. Begründet wird diese Prognose mit den aus der sehr großen Vorjahresernte noch vorhandenen Lagerbeständen von 11,5 Mio. t.
 
Die erwartete Exportmenge wäre - wegen der guten Nachfrage und der hohen Preise am Weltmarkt - sogar etwas höher als noch in der Juniprognose. Der australische Inlandsbedarf an Weizen liegt derzeit bei etwa sechs Millionen Tonnen.

Weizenpreise steigen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die Befürchtung der Markteilnehmer über die Verknappung des Angebotes im pazifischen Raum, haben sich jedoch unmittelbar in den australischen Exportpreisen niedergeschlagen. Australischer Nahrungs-Weizen (White Wheat) kostete an den Exporthäfen im Westen des Landes diese Woche 361 US-Dollar pro Tonne (fob) und war damit teurer als derzeit in Asien angebotene US-Ware.
 
Die Hauptabsatzmärkte für astralischen Weizen liegen durchweg in Asien. Beobachter rechnen zudem damit, dass vor allem die Bedeutung Chinas als Abnehmer in diesem Jahr noch zunimmt.

Gerstenexporte brechen ein

Deutlich schlechter als im letzten Jahr wird die australische Gerstenproduktion ausfallen. Mit knapp sieben Millionen Tonnen verfehlen die Australier ihr sehr gutes Vorjahresergebnis um knapp 20 Prozent. Bei einem Inlandsbedarf von rund 2,6 Mio. t bleiben etwa 4,4 Mio. t Gerste für den Export. Diese Menge wäre 25 Prozent kleiner als im letzten Jahr. Rund 1,2 Mio. t der exportierten Gerste sollen nach ABARE-Schätzung Braugerste sein und etwa 2,7 Mio. t Futtergerste. Auch der Großteil der Braugerste wird nach China gehen.
 
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