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Getreide

Australien: Weizenernte ein Viertel kleiner

© Rainer Sturm
von , am
04.12.2012

Im Westen und Süden Australiens ist die Weizenernte noch in vollem Gange. Die Produktion wird gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel kleiner ausfallen. Ursache ist der Niederschlagmangel in der Wachstumsphase.

Die Kassapreise beim Weizen sind aktuell (mit Ausnahme von E-Weizen) deutlich besser als im vorigen Jahr. © Mühlhausen/landpixel
Australiens Farmer werden dieses Jahr über ein Viertel weniger Weizen ernten als im letzten Jahr. Der Export bleibt dennoch relativ hoch. Zu dieser Einschätzung kommt die australische Landwirtschaftsbehörde ABARES in der aktuellen Dezemberprognose zur laufenden Getreideernte. Derzeit ist die Weizenernte in den östlichen Bundestaaten Australiens nahezu abgeschlossen und in Westaustralien sowie im Süden des Landes noch vollem Gange.

Trockenheit drückt die Produktion

Die australische Weizenproduktion wird von ABARES Anfang Dezember auf rund 22 (Millionen Tonnen) Mio. t geschätzt. Das sind nochmals 0,5 Mio. t weniger als die australischen Fachleute noch im September erwartet hatten und sogar 26,5 (Prozent) % bzw. knapp acht Millionen Tonnen weniger als die Rekordernte von 29,9 Mio. t im letzten Jahr.
 
Ursache für den Produktionseinbruch ist der Niederschlagmangel in Westaustralien während der wichtigsten Wachstumsperiode. Im wichtigsten australischen Anbaustaat geht die Produktion von elf Millionen Tonnen um 27 % auf nur noch 6,9 Mio.t zurück. Aber rauch in Südaustralien (-20 %), in Neusüdwales (-18 %), und Victoria (-32 %) ernten die Farmer wegen der geringeren Niederschläge erheblich weniger Weizen als im letzten Jahr.

Export geht weniger stark zurück

Die Folge der deutlich kleineren Ernte sind natürlich auch geringere Exporte, obgleich aus der Rekordernte des Vorjahres noch relativ große Lagerbestände vorhanden sind. ABARES schätzt die mögliche Weizenausfuhr deshalb auf 20,9 Mio. t und damit nochmals 0,6 Mio. t kleiner als im September und 3,8 Mio. t bzw. 15 % kleiner als im letzten Jahr. Damit wäre Australien in diesem Wirtschaftsjahr, nach den USA und vor Kanada, noch immer der zweitgrößte Exporteur der Welt.
 
Das USDA hat die australischen Exportmöglichkeiten im ihrer November sogar von 20,5 Mio. t auf 19 Mio.t gesenkt. Ein Grund für die etwas stärkere Rücknahme der australischen Exporte dürfte der starke Wettbewerbsdruck Indiens in der Region sein. Indien wird in diesem Jahr sechs bis sieben Millionen Tonnen Weizen zu deutlich niedrigeren Preisen als Australien exportieren.

Gerstenexporte brechen ein

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Deutlich kleiner als im letzten Jahr schätzte ABARES zudem auch die australische Gerstenproduktion ein. Hier rechnet man trotz einer kräftigen Flächenausweitung mit einem scharfen Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr von 18 % auf 6,87 Mio. t. Auch bei Gerste ist Westaustralien witterungsbedingt am stärksten vom Produktionsrückgang betroffen. Entsprechend deutlich ist auch der Einbruch bei den Exporten.
 
Nach Einschätzung von ABARAS gehen die Ausfuhren von über sechs Millionen Tonnen um rund 25 % auf 4,6 Mio. t zurück. Das USDA hat die Ernte zuletzt auf sieben Millionen Tonnen veranschlagt, den Export jedoch nur auf 3,8 Mio. t.

Weniger Raps für den Weltmarkt

Die australische Rapsernte (Canola) fällt trotz einer starken Anbauausweitung von mehr als 20 % deutlich kleiner aus als im letzten Jahr. ABARES schätzt die Produktion jetzt wegen der deutlich niedrigeren Erträge auf 2,6 Mio. t und damit 17 % kleiner als im letzten Jahr (3,1 Mio. t). Die mögliche Exportmenge sehe die australischen Analysten bei etwa zwei Millionen Tonnen und damit etwa 0,5 Mio. t kleiner als im letzten Jahr.
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