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Frühjahrsentwicklung

Auswinterung im Weizen: So testen Sie den Grad der Schädigung

am Donnerstag, 04.02.2016 - 13:30 (Jetzt kommentieren)

Auf vielen Wintergetreideschlägen im Nordosten Deutschlands sind Gelbverfärbungen der oberirdischen Pflanzenteile deutlich sichtbar. Bevor umgebrochen wird, sollte der Grad der Frostschädigung unbedingt getestet werden. So geht's.

Ursache für die aktuellen Auswinterungsschäden war das plötzliche Auftreten von Frösten an den enthärteten, sich in der Wachstumsphase befindlichen Pflanzen. Die niedrigen Temperaturen bis minus 15 °C führten zum Eistod. Auswinterungsschäden wurden zuerst bei Weizen auf Grenzstandorten beobachtet.

Schritt für Schritt: Grad der Schädigung testen

Die wichtigste Aufgabe ist nun, den Grad der Frostschädigung umgehend zu ermitteln. Der beste Maßstab dafür ist die Vitalität der Pflanzen, die mit der Torso-Methode ermittelt werden kann:

  1. Von den geschädigten Schlagteilen sind etwa 20 bis 25 Pflanzen zu entnehmen.
  2. Bei gefrorenem Boden sollte die an den Wurzeln haftende Erde zunächst bei Zimmertemperaturen auftauen.
  3. Zur Herabsetzung der Transpiration sind die Blätter auf drei bis vier Zentimeter und ebenso die Wurzeln einzukürzen.
  4. Anschließend sind die Getreidepflanzen in Blumentöpfe einzusetzen. Der Bestockungsknoten sollte etwa drei Zentimeter mit Boden bedeckt sein. Zimmertemperatur, Licht und ausreichende Feuchte begünstigen die Prüfung.

Nach acht bis zwölf Tagen kann ein sicheres Urteil über die Vitalität der Pflanzen anhand des Wurzelbildes gefällt werden. Zeigen sich neben den alten bräunlichen Wurzeln neue helle Austriebe, sind die Pflanzen nicht durch Frost geschädigt. Dabei spielt die Anzahl oder Masse der Austriebe keine Rolle.

Erst prüfen, dann umbrechen

Die Prüfung auf Auswinterungsschäden sollte so früh wie möglich vorgenommen werden, selbst wenn die Pflanzen aus dem gefrorenen Boden herausgehackt werden müssen. Ein Umbruch kann nur auf der Basis dieses objektiven Kriteriums entschieden werden - die visuelle Einschätzung auf dem Feld reicht keineswegs aus. Abzuwarten, wie sich die Bestände entwickeln, birgt die Gefahr der zu späten Entscheidung in sich. Über produktionstechnische Maßnahmen zur Förderung geschädigter Bestände kann später, nach Beginn der durchgängigen Vegetation, entschieden werden.

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