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Getreide

Baden-Württemberg toppt Vorjahresernte

© Stefan Hiller/aboutpixel
von , am
14.08.2013

Die Ernte in Baden-Württemberg bleibt hinsichtlich Ertrag und Qualitäten hinter den Erwartungen zurück, konnte jedoch das Vorjahresergebnis toppen. Beim Mais werden deutliche Einbußen erwartet.

© Grace Winter/pixelio.de
In Baden-Württemberg wird die Ernte derzeit auf 3,7 Millionen Tonnen geschätzt und liegt damit rund einem Prozent über dem Vorjahresergebnis, berichtet die ZG Raiffeisen auf ihrer jährlichen Pressekonferenz. Die Aufwuchsbedingungen im Norden des Arbeitsgebietes der ZG Raiffeisen seien 2013 deutlich besser als im Vorjahr. Es gab keine Auswinterungs- schäden und die regelmäßigen Niederschläge führten in den Gebieten an Main und Neckar sowie im Kraichgau zu guten Getreideerträgen.
 
Im Süden des Arbeitsgebietes hingegen rechnet die ZG Raiffeisen mit einer kleineren Ernte. Bei den angebauten Getreidearten gab es eine deutliche Verschiebung von Sommer- zu Wintergetreide. So wurde die Fläche für Braugerste um etwa ein Drittel eingeschränkt.

Mais steht nicht gut da

Vor allem der Mais litt unter dem sehr nassen Frühjahr, das viele Felder in eine Seenlandschaft verwandelte und den Boden verschlämmte. Durch die Hitzewelle seit Ende Juni hatte der Mais ausgerechnet in der generativen Wachstumsphase mit Wassermangel zu kämpfen. Eine valide Prognose für die Körnermaisernte gibt es nach Aussage von Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen noch nicht. Er erwartet aber zum Teil deutliche Ertragseinbußen von im Schnitt 20 bis 25 Prozent.
 

Weltrekordernte beschert niedrige Preise

"Derzeit sind auf der Nordhalbkugel keine nennenswerten Ernteeinbußen zu erwarten", so Glaser. Experten gehen von einer Erntemenge in der EU von etwa 300 Millionen Tonnen, das sind ca. 25 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Glaser rechnet daher mit einer Entspannung der globalen Getreidebilanz und entsprechend niedrigeren Preisen. Für die Landwirtschaft bedeutet das: Bei gestiegenen Betriebsmittelpreisen und Löhnen einerseits und gesunkenen Preisen für etwa gleich große Mengen andererseits, sinkt die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus. Glaser unterstrich daher die Notwendigkeit, alle Anstrengungen zur Kostensenkung in der Wertschöpfungskette vom Lieferant für Betriebsmittel über den Landwirt bis zum Vermarktungspartner fortzusetzen.

Mit Vorkontrakten absichern

Über Vorkontrakte, ein Exklusivangebot der ZG Raiffeisen für ihre Mitglieder, können Landwirte das Risiko der volatile Getreidemärkte abfedern. Bei einigen Getreidekulturen sind die Erzeugerpreise in den letzten Wochen stark gesunken. "Wer hier frühzeitig investiert hat, kann die Preisentwicklung jetzt entspannter verfolgen", erläutert Raiffeisen-Vermarktungschef Franz Utz. Er empfiehlt, etwa ein Drittel der Ernte über solche Vorverträge abzusichern.

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