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Getreide

Bald 30 Prozent Mehrertrag im Weizen?

von , am
28.05.2013

Cambridge - Britische Forscher haben eigenen Angaben zufolge einen Durchbruch in der Weizenforschung erzielt. Mit Hilfe einer 10.000 Jahre alten Sorte will man die Erträge bis 2019 um 30 Prozent steigern.

Immer weniger Züchter haben einen steigenden Marktanteil: Aktivisten fürchten um die Vielfalt auf dem Acker. © agrar-press
Nach ersten erfolgreichen Feldversuchen halten es britische Wissenschaftler am Nationalen Institut für Agrarbotanik (NIAB) für möglich, die Weizenerträge in Großbritannien in den kommenden Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern.
 
Wie das NIAB mitteilte, soll dabei eine alte Sorte zum Einsatz kommen, die die Forscher im Rahmen ihres SHW (Synthetic Hexaploid Wheat)-Programms resynthetisiert haben. Die betreffende "Originalpflanze" sei vor 10.000 Jahren im Nahen Osten als Kreuzung von Weizen und einer Wildgrassorte entstanden und enthalte die genetische Basis moderner Weizenpflanzen.

Moderne Sorten mit zu wenig Vielfalt im Erbgut

Mit heutigen Sorten seien Zuchtfortschritte zur Ertragssteigerung kaum noch zu erzielen, weil die Vielfältigkeit des Weizenerbgutes im Laufe der Jahre unter der menschlichen Nutzung der Pflanze gelitten habe.
 
Eine Kreuzung der resynthetisierten Pflanze mit modernen Weizensorten eröffne nun neue Möglichkeiten zur Ertragssteigerung, etwa durch eine erhöhte Trockenstresstoleranz, eine bessere Krankheitsresistenz sowie eine höhere Effizienz des Betriebsmitteleinsatzes.

Marktreife frühestens ab 2019

Entsprechende neue Sorten könnten frühestens ab dem Jahr 2019 marktreif sein. Am Projekt beteiligt sind die Pflanzenzuchtunternehmen KWS Saat AG aus Deutschland sowie Limagrain und RAGT aus Frankreich. Die Forschungsarbeiten des NIAB werden unter anderem kofinanziert aus Mitteln der britischen Regierung und der britischen Absatzförderungsorganisation für Getreide und Ölsaaten (HGCA), die ihr Budget vorwiegend aus steuerähnlichen Abgaben des britischen Getreide- und Ölsaatensektors generiert.

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