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Getreide

Bayern: Getreideernte unter langjährigem Durchschnitt

von , am
26.08.2010

München - Aufgrund des langen Winters, des nasskalten Frühjahrs, der extremen Hitze sowie einer Verringerung der Anbaufläche wird es 2010 in Bayern voraussichtlich eine Getreideernte (ohne Körnermais) von 6,4 Millionen Tonnen geben.

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Dies sind gut sieben Prozent weniger als der langjährige Durchschnitt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, ist diese Hochrechnung noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet, da aufgrund des bisher sehr niederschlagsreichen Augusts bis zuletzt noch ein beachtlicher Anteil des Getreides auf den Feldern stand.

Als Durchschnittsertrag werden 60,2 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um knapp fünf Prozent, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt ein Minus von gut vier Prozent. Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Getreidefläche (ohne Körnermais) verringerte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2010 gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent bzw. 54.400 Hektar auf 1,06 Millionen Hektar.

Verringerung der Anbaufläche um fast fünf Prozent 

Die Flächenminderung betraf sowohl das Winter- als auch das Sommergetreide. Die Anbaufläche des ertragreicheren Wintergetreides sank binnen Jahresfrist um 33.400 Hektar bzw. 3,5 Prozent auf 911.100 Hektar, was im Wesentlichen auf der Flächenreduktion bei Wintergerste um 20.000 Hektar (-7,0 Prozent) und Winterweizen um 10.900 Hektar (-2,0 Prozent) beruht. Bei den Winterungen wurde gegenüber dem Vorjahr lediglich der Triticaleanbau um 4.700 Hektar (6,5 Prozent) ausgeweitet. Die Sommergetreidefläche verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr um 20.900 Hektar bzw. 12,3 Prozent auf 149.300 Hektar. Ausschlaggebend hierfür war der erneute starke Rückgang der überwiegend als Braugerste verwendeten Sommergerste um gut 20.000 Hektar bzw. 16,2 Prozent auf den bisherigen Tiefststand von 104.700 Hektar.

Einbußen durch extreme Witterungsbedingungen

Die Aussaat von Wintergetreide im Herbst 2009 konnte rechtzeitig erfolgen. Auf einen langen Winter folgte ein niederschlagsreiches und viel zu kühles Frühjahr, wodurch sich die Entwicklung beim Wintergetreide erheblich verzögerte. Konnte der Wachstumsrückstand durch die ab der letzten Juni-Dekade einsetzende warme Witterung z.T. aufgeholt werden, führte der trockene und heiße Juli mancherorts zu erheblichen Trockenschäden. Insbesondere im Norden Bayerns führten Trockenheit und Hitze bei einigen Getreidekulturen zur Notreife und folglich zu erheblichen Ertragsausfällen.

Qualitätsbeeinträchtigungen durch Trockenheit

Die einmonatige Hitzephase wurde Ende Juli durch wechselhaftes Wetter mit vielen Niederschlägen, Gewittern und teilweise Unwettern abgelöst, sodass die Ernte meist später als in den vergangenen Jahren startete und witterungsbedingt immer wieder unterbrochen werden muss. Durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse wird es bei der diesjährigen Ernte zu erheblichen quantitativen und qualitativen Einbußen kommen. Aufgrund der ausgeprägten Ernteverzögerung stand bis zuletzt noch ein beachtlicher Teil des Getreides auf den Feldern. Daher ist die diesjährige Hochrechnung noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet.

Unterdurchschnittliche Getreideernte erwartet

Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung" in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter wird in Bayern beim Getreide (ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 60,2 Dezitonnen je Hektar gerechnet. Dies sind knapp fünf Prozent weniger als im Vorjahr (63,3 Dezitonnen pro Hektar) und gut vier Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2009 (62,8 Dezitonnen pro Hektar). Durch die Ertragseinbußen und die Verringerung der Anbaufläche um fast fünf Prozent kann in diesem Jahr nur mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte (ohne Körnermais) von rund 6,4 Millionen Tonnen gerechnet werden. Dies sind knapp 10 Prozent weniger als im Vorjahr (7,1 Millionen Tonnen) und gut sieben Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (6,9 Millionen Tonnen). (pd)

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