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Ernte 2016

Bayern: Getreideernte zwischen 'gut' und 'durchschnittlich'

StMELF Bayern/BBV/Krauß/agrarheute
am
14.07.2016

Minister Helmut Brunner erwartet für die bayerischen Landwirte eine überdurchschnittliche Getreideernte. Der BBV rechnet hingegen mit "durchschnittlichen" Erträgen.

"Die Kulturen präsentieren sich landesweit in einem ausgesprochen guten Zustand", sagte Minister Helmut Brunner (CSU) bei der diesjährigen Erntepressefahrt im Landkreis Fürstenfeldbruck. Den Feldfrüchten sei zu Gute gekommen, dass selbst in den Trockenlagen Nordbayerns in diesem Jahr ausreichend Niederschläge gefallen sind. Starkregen, Hochwasser und Hagel hätten nur lokal für Ertragseinbußen gesorgt.

Die Getreidebauern werden deshalb nach Schätzung Brunners eine Ernte einfahren, die über dem langjährigen Durchschnitt von 6,7 Millionen Tonnen liegt. Allerdings brauche es zum Dreschen jetzt trockenes Wetter. Ansonsten müsse mit Verlusten bei Qualität und Ertrag gerechnet werden.

Der Bayerische Bauernverband rechnet hingegen eher mit einer durchschnittlichen Getreideernte. Die geschätzte Menge reihe sich in das langjährige Mittel von 72 dt/ha oder 6,7 Mio. Tonnen (ohne Körnermais) ein.

Getreide: So haben sich die Anbauflächen entwickelt

Bei den Anbauflächen gab es 2016 im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben des Staatsministeriums nur geringfügige Verschiebungen. Die Getreidefläche sei mit 1,01 Millionen Hektar fast unverändert geblieben.

Laut BBV wurden in 2015/16 die Flächen in Bayern wie folgt bestellt:

  • Winterweizen: 500.897 Hektar (Vorjahr: 505.440 ha)
  • Wintergerste: 240.599 Hektar (Vorjahr: 244.360 ha)
  • Sommergerste: 91.447 Hektar (Vorjahr: 103.344 ha)
  • Wintertriticale: 74.430 Hektar (Vorjahr: 77.540 ha)
  • Dinkel: 27.845 Hektar (Vorjahr: 32.716 ha)
  • Winterdurum: 5.447 Hektar (Vorjahr: 2.755 ha)

Silomais- und Rapsanbau ausgedehnt

Der Anbau von Silomais (438.724 ha, Vj. 427.264 ha) und der Rapsanbau (111.243 ha, Vj. 105.425 ha) wurde laut BBV ausgedehnt.

Deutliche Veränderungen gab es laut Staatsministerium in diesem Jahr bei den Zuckerrüben. Hier waren die Erträge im letzten Jahr wegen der Trockenheit so niedrig, dass den Rübenanbauern eine Ausweitung der diesjährigen Liefermengen zugestanden wurde. Deshalb ist die Anbaufläche für Zuckerrüben um 9.000 auf 60.000 Hektar gestiegen.

Sehr erfreulich ist nach Aussage des Ministers das anhaltende Plus bei den Eiweißpflanzen. Allein der Anbau von Luzerne etwa sei um rund 4.000 auf 15.000 Hektar gewachsen. Bereits im vergangenen Jahr war bei eiweißhaltigen Futterpflanzen wie Luzerne, Ackerbohnen, Erbsen und Soja ein Anstieg um 70 Prozent auf fast 49.000 Hektar zu verzeichnen.

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