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Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz

Biostimulanzien: Endlich fallen Hürden für biologischen Pflanzenschutz

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am Sonntag, 11.09.2022 - 06:30 (Jetzt kommentieren)

Die EU hat die Anforderungen für die Zulassung von Mitteln auf Basis von Mikroorganismen gesenkt. Gerade 60 sind bisher erlaubt.

Die EU-Kommission verabschiedete vergangene Woche dazu entsprechende Rechtsakte. Das Ziel ist, dass Produkte mit folgenden Mikroorganismen schneller zum Einsatz kommen:

  • Bakterien,
  • Pilze,
  • Viren,
  • Einzeller/ Protozoen.

Ackerbauern und besonders Ökobetrieben sollen so einfacher Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz erhalten. Die Rechtsakte treten im November 2022 in Kraft. Die EU-Länder hatten bereits im Februar zugestimmt, Rat und Europaparlament hatten keine Einwände.

Bisher sind gut 60 Mikroorgansimen und Biostimulanzien EU-weit erlaubt

Nach Angaben der Brüsseler Behörde stellen die neuen Vorgaben die biologischen und ökologischen Eigenschaften der Mikroorganismen in den Mittelpunkt der Risikobewertung. Bevor eine Genehmigung erteilt werde, müsse Folgendes nachgewiesen werden:

  • Der Einsatz der Biostimulanzien muss sicher sein.
  • Er darf keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch, Tier oder andere Nichtzielorganismen haben.

Laut EU-Kommission sind in Europa derzeit mehr als 60 Mikroorganismen für den Pflanzenschutz zugelassen. Auch einige Viren mit hochspezifischer Wirkung gegen eine kleine Gruppe von Pflanzenschädlingen seien im Einsatz.

So sollen die neuen Regeln biologische Pflanzenschutzmittel fördern

Bisher beruhen die Forderungen an Mikroorganismen auf Vorschriften, die denen chemischer Wirkstoffe ähneln. Nun sind die rechtlichen Anforderungen an Biologicals und  Mikroorganismen flexibler gestaltet. Sie konzentrieren sich auf wichtige Daten und bedeuten zum Beispiel weniger Tierversuche. Als weitere Vorteile sieht die EU-Behörde

  • gestraffte Antragsdossiers,
  • vereinfachte Risikobewertungen,
  • kürzere Fristen für den Zugang zum EU-Markt.

Die Verordnungen beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie sollen die EU zu einer der fortschrittlichsten Instanz zur Regulierung für Biostimulanzien machen.

Mit Material von AgE, ec.europa.eu
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