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Klimaschutz

Bodenbewirtschaftung der Zukunft: Ihre Meinung zu Klimazielen zählt

Regenwürmer in fruchtbarem Boden
am Mittwoch, 10.06.2020 - 07:44 (Jetzt kommentieren)

Eine Online-Umfrage des Thünen Instituts will herausfinden, wie die Bodenbewirtschaftung der Zukunft aussieht. Das neue europäische Forschungsnetzwerk benötigt dazu die Mithilfe vieler Ackerbauern.

In der Umfrage geben Sie an, welche Ziele am dringendsten sind für eine klimaschone Bodenbewirtschaftung. Das neue europäisches Forschungsnetzwerk 'European joint programme' (EJP Soil) benötigt dazu Ihre Hilfe und die möglichst vieler Berufskollegen.

Diese klimaschonenden Ziele sollen Sie bewerten

Bewerten sollen Sie mehrere Möglichkeiten, um klimaschonend zu ackern. Neben reduzierter Bodenbearbeitung gehören dazu mehr organische Düngung oder zusätzliche Bewässerung und weniger Pflanzenschutz, weiter die Vielfalt in Fruchtfolgen, mehrjährige Kulturen wie Luzerne oder Kleegras und dauernde Bodenbegrünung etwa mit Untersaaten und Zwei-Kulturen-Anbau .

Dazu kommt die Intensität der Bodenbearbeitung und die Zahl der Bearbeitungsgänge. Weiter wird gefragt nach schlagkräftigen Maschinen, nach digitaler Technik, um Entscheidungen zu unterstützen, und nach Robotern oder Drohnen, also unbemannten Maschinen.

Mit dem Verlagern der Produktion auf Hochertragsstandorte, die Nutzung als Dauergrünland und die Beweidung bis zum Anbau von Agroforsten und Feldgehölzen ist so ziemlich alles dabei, was für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zählt.

Das sind wichtige Hemnisse für klimaschonende Bodenbewirtschaftung

Die Forscher interessieren sich auch für die Hindernisse auf dem Weg zu einem besseren Bodenschutz. Sie fragen, welche Gründe eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung aktuell behindern. Auszuwählen sind die wichtigsten Argumente, etwa

  • ökonomische Interessen der Landwirte: „es rechnet sich nicht“,
  • mangelnde finanzielle Unterstützung oder Anreizsysteme,
  • unzureichende finanzielle Honorierung durch Konsumenten,
  • Preisdruck durch Discounter,
  •  
  • enger politische EU-Rahmen per Gemeinsamer Agrarpolitik,
  • strenge länderspezifische Gesetze,
  • zu lockere nationale Gesetzgebung,
  •  
  • neu erforschtes Wissen ist nicht zugänglich für die Praxis,
  • neu erforschtes Wissen taugt nicht für die praktische Umsetzung,
  • zu wenig Forschung, um Problemlösungen anzubieten,
  • mangelndes Wissen der Akteure,
  •  
  • kein Monitoring, um den Erfolg zu messen oder festzustellen,
  • Tradition bei der Flächenbewirtschaftung mit Vorrang vor Neuerungen oder
  • die Unvereinbarkeit der verschiedenen Ziele.

Die Thünen-Umfrage finden Sie hier. Sie dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Teilnehmen kann jeder, der in der Landwirtschaft oder in angrenzenden Bereichen tätig ist.

Das sind die Ziele des europäischen Forschungsprojekts EJP Soil

Das EU-Forschungsprogramm EJP Soil ist 2020 gestartet. 24 EU- Staaten machen mit. Ziel des Programms ist es, den Beitrag landwirtschaftlicher Böden und deren Nutzung zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu fördern: Klimaanpassung, nachhaltige Produktion, Dienstleistungen für Ökosysteme und Bodenschutz.

Für Deutschland sind das Thünen Institut und der Projektträger Jülich Partner dabei. „Wir wollen von Anfang an diejenigen beteiligen, die unsere Böden bewirtschaften, nämlich die Landwirte, weiter Berater und landwirtschaftliche Organisation“, sagt Projektkoordinator Dr. Axel Don. Die Online-Umfrage sei dazu ein erster Schritt. Sie läuft noch bis Ende Juni 2020.

Mit Material von Thünen

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