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Getreide

Brandenburg: Qualitätsunterschiede bei der Gerste

von , am
06.07.2012

Die Gerstenernte ist in Brandenburg in vollem Gange. Allerdings fehlte in der Kornfüllungsphase vielerorts der Niederschlag, sodass die Gerste dort in die Notreife ging.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
In Brandenburg ist der Startschuss für die Ernte gefallen. Die Erträge für die Wintergerste werden vom Landesbauernverband auf durchschnittlich 50 Dezitonnen pro Hektar geschätzt. Insgesamt liegt die Ernteprognose ein Prozent unter dem Ergebnis vom vergangenen - auch schon schlechten - Erntejahr für die Gerste. Allerdings sind auch hier regional große Unterschiede zu erwarten.
 
Die Kahlfröste ab Mitte Januar mit Temperaturen von minus 25 Grad Celsius sowie weitere Spätfröste im März und April verursachten Auswinterungen bei der Gerste von zwölf Prozent. Auf ungünstigen Standorten, so wie generell in der Uckermark werden weitere Ertragsdepressionen aufgrund der Trockenheit erwartet. Die Niederschläge seit Anfang Mai kamen für die Kornfüllungsphase an vielen Orten zu spät, sodass die Gerste dort in die Notreife ging. Der Landesbauernverband rechnet zwar mit gemischten Qualitäten aber insgesamt eher niedrigen Hektoliter Gewichten für die Gerste.

Getreideernte liegt unter den Vorjahren

Für die gesamte Getreideernte geht der Landesbauernverband von ungefähr zwei Millionen Tonnen aus. Das wären 100.000 Tonnen mehr als im vergangen Jahr, dennoch deutlich weniger (400.000 Tonnen) als im Durchschnitt der letzten sieben Jahre.
 
In der Prignitz wird mit 60 bis 80 Dezitonnen pro Hektar eine durchschnittliche Getreideernte erwartet. In anderen Gebieten wird zwar mit fünf Prozent höheren Erträgen gegenüber dem Vorjahr gerechnet, diese Erwartungen liegen aber etwa drei bis fünf Dezitonnen pro Hektar unter dem Mittel der letzten fünf Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr schätzt der Landesbauernverband ein Ertragsplus von fünf Prozent für den Weizen und plus zehn Prozent für den Roggen.
 
Die Getreideanbaufläche ist mit 482.000 Hektar nahezu konstant geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von 0,5 Prozent. Durch die Frostschäden im Wintergetreide kam es mit einem Zuwachs von 75 Prozent zu einem starken Anstieg der Sommerung.

Niederschlagssituation in Brandenburg

Seit Anfang Mai hat das Land Brandenburg eine negative Wasserbilanz. Der März war mit nur acht bis zwölf Millimeter am trockensten. Das sind gerademal 30 Prozent des Niederschlagsmittels. Im April und Mai waren es 65 Prozent, wobei zwischen dem 2. Und 29. Mai vielerorts keine nennenswerten Niederschläge fielen, was zu weiteren Ertragsdepressionen bei der Gerste und beim Raps führt. In der Uckermark regnete es erst in der zweiten Junihälfte wieder.
 
Am Montag erfahren Sie, wie sich die Rapsbestände in Brandenburg entwickelt haben.
 
 
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