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Getreide

Brandgefährlich: Ernte in Mecklenburg-Vorpommern

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von , am
03.08.2012

Schwerin - In Mecklenburg-Vorpommern läuft die Ernte - wetterbedingt - richtig gut. Allerdings häufen sich erntebedingte Brände. Landwirtschaftsminister Backhaus mahnt zur Vorsicht.

© Mühlhausen/landpixel
"Die hochsommerliche Witterung in der vergangenen Woche hat die Erntefortschritte deutlich begünstigt - vor allem beim Winterraps", informiert Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Von insgesamt fast 200.000 Hektar (ha) sind derzeit etwa 111.300 eingefahren - 57 Prozent der Gesamtfläche.
 
Die Ernte von Wintergerste ist dagegen nahezu abgeschlossen. Gut 111.000 von rund 114.000 ha sind abgeerntet. Der Ertrag liegt mit 68 Dezitonnen je Hektar über dem Vorjahresniveau (57dt/ha). Bis auf Sommerweizen, Hafer und Sommerraps habe die Ernte bei allen Druschfrüchten begonnen, sagte Backhaus.

Mähdrescher fängt Feuer

Im Zusammenhang mit der Ernte und der Einlagerung von Getreide, Heu und Stroh hat es in letzter Zeit allerdings zahlreiche Brände gegeben. "Ich appelliere an alle in der Landwirtschaft Beschäftigten, aber auch an die Einwohner und Urlaubsgäste unseres Landes, jegliche Gefährdungen zu vermeiden", meint Backhaus.
 
Zuletzt hatte auf der B192 aus ungeklärter Ursache ein Mähdrescher Feuer gefangen, zwei bis vier Hektar Getreide wurden vernichtet. Backhaus: "Im ländlichen Raum dauert es in der Regel 20 Minuten, bis die Feuerwehr am Einsatzort ist. Deshalb kommt es nicht nur auf Vorsicht und Vorbeugung an. Landwirte sollten stets geeignete Mittel für die Brandbekämpfung bereit halten."

Erntebrände vermeiden

Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern weist wegen der vielen Brände darauf hin, dass Landwirte Reparaturarbeiten nur auf Flächen durchführen dürfen, die frei von brennbaren Stoffen sind (Mindestabstand: fünf Meter).
 
Außerdem muss beim Einsatz von mehr als zwei Mähdreschern oder Heu- beziehungsweise Strohbergungsmaschinen auf einer Erntefläche ein Wundstreifen (Bereich in dem sämtliches brennbares Material entfernt wird) angelegt werden. Auch eine Mindestlöschwassermenge von 3.000 Litern muss vor Ort sein.
 
Mindestabstände einhalten
 
Bei der Lagerung von Heu und Stroh oder bei der Getreidetrocknung kann es durch Selbstentzündung oder Staubexplosionen zu Bränden kommen. Deshalb sollten Lagerplätze aus Sicherheitsgründen eine Grundfläche von 2000 Quadramtern, das Volumen von 10.000 m³ und die Masse von 10.000 Tonnen nicht überschreiten. Um den Lagerplatz muss ein zehn Meter breiter Wundstreifen gezogen werden. Weitere Lagerplätzen oder Mülldeponien müssen mindestens 100 Meter entfernt liegen, zu Bahnstrecken, Wald-, Moor- und Heideflächen sollte der Abstand mindestens 50 Meter betragen - 25 Meter sind es zu Hochspannungsleitungen, öffentlichen Verkehrswegen sowie Wohn- und Stallgebäuden. trolle genauso wichtig, wie bei der Arbeit auf dem Feld." 

Hofreport: Der Mähdrscher rollt auf dem Betrieb Zirngibl

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