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Saatenstandsbericht

Braugerste: Später Regen verbessert die Kornfüllung

Bestandskontrolle im Gerstenfeld
am Montag, 29.06.2020 - 10:33 (Jetzt kommentieren)

Die Trockenheit führt auch in der Braugerste zu geringen Bestandsdichten und heterogenen Erträgen. Doch der Regen lässt aufatmen.

Schon wieder ein Auf und Ab: Im vergangenen Herbst ließen sich zahlreiche Flächen im Norden und Nordosten nicht mit Winterweizen bestellen, es war zu nass. Das führte zu einer Verschiebung hin zu Frühjahrskulturen.

Noch im März waren viele Flächen nicht befahrbar; die Aussaat verzögerte sich. Immerhin, die leeren Wasservorräte der oberen Bodenschichten wurden zunächst wieder aufgefüllt.

Seit April zu trocken

Seit April hat sich die Situation fast flächendeckend umgekehrt. Das extrem trockene und warme Frühjahr hat in allen Anbaugebieten deutliche Spuren hinterlassen. Die Niederschläge der vergangenen Wochen konnten die angespannte Situation nicht in allen Anbaugebieten entschärfen. Besonders im Osten sind die tieferen Bodenschichten nach wie vor viel zu trocken.

Die Braugerstengemeinschaft erklärt in ihrem Saatenstandsbericht vom 18. Juni: „Lokale Trockenschäden, die bereits durch ein ungleichmäßiges Auflaufen, eine unterdurchschnittliche Bestockung und ein verlangsamtes Pflanzenwachstum entstanden, werden sich bis zur Ernte durch geringe Bestandesdichten und inhomogene Erntemengen bemerkbar machen.“

Später Regen füllt das Korn

Ähre einer Braugerste

Doch nicht überall kamen die Niederschläge zu spät. „Abhängig vom Aussaatzeitpunkt und der Bodenbeschaffenheit konnten die Pflanzen durch eine starke Wurzelbildung die Frühjahrstrockenheit überstehen und insbesondere im Süden und Südwesten Deutschlands zu einer normalen Bestandesentwicklung beitragen.

Insgesamt lässt die späte Wasserversorgung trotz oft lückiger und dünner Bestandesdichte auf eine gute Kornausbildung hoffen“, heißt es im Bericht der Braugerstengemeinschaft.

Der Gesundheitszustand der Pflanzen ist weitgehend gut. Vereinzelt wurden durch die feuchtwarme Witterung der letzten Wochen Fungizidbehandlungen durchgeführt.

Wie der aktuelle Stand der Braugerste in den einzelnen Bundesländern ist, fasst die Braugerstengemeinschaft in ihrer Tabelle zum 2. Saatenstandsbericht zusammen.

53 dt/ha Braugerste erwartet

Mitte Juni rechnete der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in seiner Ernteschätzung für die Sommergerste mit durchschnittlichen Hektarerträgen von 53 dt/ha. Das wären 3 dt/ha mehr als im Vorjahr. Bei nahezu gleichbleibender Anbaufläche von 368.000 ha dürfte die Ernte auf gut 1,9 Mio. t steigen. Das sind 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Welche Brausorten führen

Nach Schätzungen der Braugerstengemeinschaft werden rund 265.500 ha der Sommergersten dieses Jahr Malzsorten sein.

Es dominieren die im Berliner Programm empfohlenen Sorten Avalon, Quench, Solist und Leandra sowie zusätzlich RGT Planet und weitere Sorten für den Vertragsanbau.

Im Link unten finden Sie alle Erträge und Qualitäten der Braugerstenernte 2019 – aufgeschlüsselt nach Bundesländern und nach den führenden Sorten. Weiterführende Informationen erhalten Sie auch im agrarheute-Sortenführer 2020/2021, der Ihrer agrarheute-Ausgabe Juni 2020 beiliegt. Ihr Exemplar können Sie im dlv-Shop bestellen.

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