Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Getreidekrankheiten

Checkliste: So vermeiden Sie Fusarium

Maisstoppel auf jungem Weizenbestand
am Freitag, 24.02.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

2016 sorgten Fusariumpilze erneut dafür, dass mancher Weizen nicht für Mühle oder Trog geeignet waren. Der DON-Gehalt war vielfach zu hoch. Hier die Praxistipps des dlz agrarmagazins.

Fusariosen zählen weltweit zu den bedeutendsten Getreidekrankheiten. Im Gegensatz zu anderen pilzlichen Schaderregern können einige Fusariumarten Mykotoxine bilden. Das sind giftige Stoffwechselprodukte wie zum Beispiel Deoxynivalenol (DON) oder Zearalenon (ZEA). Diese Gifte können die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden.

1. Einfluss der Vorfrucht auf Fusarium

Weizenähre mit Fusariumpilz

Die weitaus größte Gefahr geht vom Mais aus, gefolgt von Weizen und Triticale. So steht im Süden etwa jeder zweite Weizen nach Mais. Beim Mais steigt das Risiko mit zunehmenden Ernterückständen und späterer Ernte von Silomais über Corn-Cob-Mix bis zu Körnermais an. Neben Stoppeln sind auch Lieschblätter und besonders ­Spindeln oft stark befallen.

In Einzelfällen werden auch nach anderen Vorfrüchten, wie Zuckerrüben, Kartoffeln oder Kleegras Fusariuminfektionen beobachtet. Entscheidend ist, ob zur Getreideblüte auf der Bodenoberfläche noch Ernterückstände als mögliche Sporenquelle vorhanden sind.

2. Stoppel- und Bodenbearbeitung wirken auf das Infektionsrisiko

Ziel ist die möglichst vollständige Beseitigung infektiöser Erntereste, idealerweise durch den Pflug, bei Maisstroh auch in Kombination mit vorgeschalteter Zerkleinerung. Die pfluglose Bestellung schneidet meist deutlich schlechter ab, da auch nach intensivem Mulchen und oberflächennahem Einarbeiten oft kein Abbau der Rückstände bis zur Weizenblüte gelingt. Auch Erntereste auf einem direkt angrenzenden Nachbarschlag erhöhen das Infektionsrisiko.

3. Fusariumresistente Sorten wählen

Der Anbau einer Sorte mit guter Fusariumresistenz beugt entscheidend, kostenneutral und zugleich sicher vor. Anders als etwa bei Rost­pilzen ist es Fusariumpilzen bisher nicht gelungen, eine bestehende Sortenresistenz zu überwinden. Züchtung, Beratung und Praxis ziehen an einem Strang. In Bayern standen zuletzt auf rund 85 Prozent der Vermehrungsflächen Winterweizensorten mit überdurchschnittlicher Fusariumresistenz (Note 4 =  +  und besser).

Die Top 20 der in Bayern meistvermehrten Weizensorten nach Fusariumresistenz:

++   Axioma, Impression, Kometus, Porthus, Rubisko, Spontan
+  Atomic, Elixer, Faustus, Johnny, Kerubino, Meister, Patras, RGT Reform, Rumor
o  Benchmark, Boregar, Julius, Rebell
-  Folklor

Bei Triticale zeigen gemeinsame Versuchsserien mehrerer Bundesländer, dass von den in Bayern stärker vermehrten Sorten Adverdo, Tantris und Tarzan regelmäßig niedrige, Agostino und Massimo mittlere, Tulus und Lombardo mittlere bis hohe und Cosinus hohe DON-Gehalte aufweisen.

4. Homogene Bestände beschränken Infektionszeitraum für Fusarium

Homogene Bestände gewährleisten eine möglichst einheitliche, kurze Dauer der Blüte – dem kritischen Infektionszeitraum für Fusarium. Der Wachstumsreglereinsatz sollte so bemessen sein, dass einerseits der Infektionsweg von den Ernteresten am Boden zur Ähre nicht unnötig verkürzt, andererseits aber Lager vermieden wird. Sonst drohen erhöhte Toxingehalte.

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Februar 2017 erschienen.

Noch kein dlz-Leser? Testen Sie hier unsere Angebote!

 

Mit Material von Stephan Weigand, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...