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Vorratsschädlinge

Checkliste Vorratsschutz: Fünf Tipps gegen Schädlinge im Getreidelager

Getreidelager-lpix
am Montag, 15.06.2020 - 09:41 (Jetzt kommentieren)

Zur Ernte rückt vorbeugender Vorratsschutz in den Blick. Vor dem Einlagern zählt das Reinigen. Temperatur und Feuchte im Lager sind zu überwachen. Die Bekämpfung von Schädlingen ist genau zu dokumentieren.

Richtiger Vorratsschutz benötigt umweltschonende Verfahren, um schädliche Insekten im Getreidelager früh zu erkennen, zu vermeiden oder nötigenfalls zu bekämpfen. Hier 5 Tipps:

1.) So reinigen Sie Ihr Getreidelager richtig

  • Prüfen Sie alle Lagerräume und Transportwege auf ihre Eignung.
  • Kontrollieren Sie Trockenheit, Sauberkeit und Dichtheit.
  • Stellen Sie sicher, dass der aktuelle Bauzustand in Ordnung ist.
  • Reinigen Sie Scheunen, Lager- und Betriebsräume regelmäßig.
  • Beseitigen Sie Getreidereste in schwer zugänglichen Hohlräumen.
  • Entfernen Sie Getreidestäube auch an schwer zugänglichen Stellen.
  • Lassen Sie Tore, Türen oder Fenster nicht länger geöffnet als nötig.

2.) So überwachen Sie den Schädlingsbefall im Lager

  • Überwachen Sie Schadnager mit Köderboxen.
  • Achten Sie genau auf Kot von Ratten und Mäusen.
  • Bestimmen Sie Schädlinge exakt, um sie notfalls zu bekämpfen.
  • Setzen Sie dazu im Schüttgut gegebenenfalls Insektenfallen ein.
  • Kontrollieren Sie die Temperatur: Viele Schädlinge fallen bei 12 bis 15 °C oder tiefer in eine Kältestarre. Milben sind noch bei rund 10 °C aktiv.
  • Werten Sie Klebe-, Trichterfallen, Mikrofone oder Monitore aus.
  • Dokumentieren Sie den Vorratsschutz mit Datum, Schädling, Präparat.

3.) So beugen Sie dem Befall im Getreidelager vor

  • Entfernen Sie Spreu und Kaff, ebenso Staub, Bruch und Fremdsaaten.
  • Trocknen Sie das Erntegut. Die Kornfeuchte muss unter 15 % liegen.
  • Belüften Sie das Erntegut, dass die Belüftungsraten in m3/min passen.
  • Kühlen Sie das Erntegut. Ein Senken von 27 auf 22 °C halbiert die Entwicklung schädlicher Käfer. Die meisten werden bei 12 °C gestoppt.
  • Setzen Sie gegebenenfalls Nützlinge ein.
  • Im Getreidelager eignen sich etwa die Lagererzwespe gegen Kornkäfer oder Getreidekapuziner sowie die Mehlmottenschlupfwespe gegen Raupen von Speichermotten.
  • Nutzen Sie bei Befallsgefahr Kieselgur, auch Diatomeenerde genannt, um mit den Algenresten die Schadinsekten auszutrocknen, indem Sie...
  • ... etwa SilicoSec oder Silicid mit 1 kg/t ins laufende Getreide mischen,
  • ... es in leeren Räumen mit 10 g/m² per Stäubepistole ausbringen.
  • Berechnen Sie den Mittelaufwand auch für Wände, Decken und Böden.

4.) Film ab: So erkennen Sie einzelne Vorratsschädlinge

Wer bei der Bestimmung der zahlreichen Schädlinge Hilfe benötigt, wird im Netz fündig: Das Julius Kühn-Institut hat die Lebensweisen verschiedener Schädlinge in mehreren Kurzfilmen in Szene gesetzt. In den Videos erfahren sie Mehr zur Biologie und zur Bekämpfung. DIe Filme sollen die Online-Bestimmungshilfen ergänzen.

5.) So bekämpfen Sie notfalls Vorratsschädlinge

  • Checken Sie Mittel gegen Vorratsschädlinge in der Online-Datenbank für Pflanzenschutzmittel,
  • Besorgen Sie Insektizide gegen Käfer und andere Insekten, Akarizide gegen Milben und Rodentizide gegen Ratten und Mäuse rechtzeitig.
  • Achten Sie beim Einsatz von Begasungsmitteln auf absolute Dichtheit des Lagers.
  • Beachten Sie beim Einsatz von Gasen die Vorschriften der Gefahrstoffverordnung und die Technischen Regeln (TRGS 512).
  • Spritzen Sie Insektizide für den Vorratsschutz, etwa mit dem Wirkstoff Deltamethrin, notfalls auf den Fördergutstrom.
  • Wählen Sie dabei die richtige Aufwandmenge: Sie beträgt bei bis zu sechs Monaten Schutzdauer 1 l in 99 l Wasser pro 100 t Getreide.
  • In leeren Räumen liegt sie bei 60 ml in 5 bis 10 l Wasser pro 100 m2.
  • Deltamethrin, etwa in K-Obiol EC25, Insektenil-VoraProtect oder microsol-SP-3000, wird streng nach Gebrauchsanweisung verwendet.
  • Setzen Sie notfalls sogenannte ULV-Lösungen (ultra-low-volume) ein.
  • Mit Piperonylbutoxid ist zum Beispiel Deltamethrin etwa auch im Granprotec enthalten. Nur wenig insektizide Wirkstoffe sind erlaubt.
  • Setzen Sie als Rodentizide nur noch Zinkphosphid in Köderstationen ein. Zugelassen sind etwa Ratron Gift-Linsen.
Mit Material von JKI, BLE
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