Login
Getreide

Coceral/Weizen: Neue Ernte nicht viel größer als 2012

von , am
21.03.2013

Mit einer erwarteten Erntemenge von 127,8 Mio. t bleibt Coceral sehr deutlich unter den Produktionsschätzungen der EU-Kommission und der Prognose Strategie Grains.

Der Euro-Dollar-Wechselkurs lässt den Weizen um zwei Euro steigen. © Mühlhausen/landpixel
Für die gesamte EU rechnet Coceral mit einer um 2,5 Prozent (%) größeren Weizenernte als 2012. Hintergrund sind die deutlich pessimistischeren Vorhersagen für das Vereinigte Königreich und Frankreich.
 
Die Prognose für Deutschland stimmt in etwa mit der Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) überein.
 

UK: Kleinste Ernte seit 2001

Die Weizenernte im Vereinigten Königreich schätzt Coceral auf der Basis eines witterungsbedingten Anbaurückgangs auf nur noch knapp zwölf Millionen Tonnen (Mio. t). Im Vergleich zur schon sehr schwachen Ernte von 2012 wäre die Produktion damit nochmals 1,3 Mio. t kleiner.
 
Bereits für dieses Jahr schätzt das britische Landwirtschaftsministerium den Importbedarf auf 2,2 Mio. t. Rund ein Drittel des bis Januar importierten Weizens kam aus Deutschland. Im nächsten Jahr würde die Importmenge nochmals deutlich wachsen.

Frankreich auf Vorjahresniveau

Etwas überrascht hat die Produktionsprognose für Frankreich. Trotz einer moderaten Anbauausweitung um drei Prozent ist die erwartete Erntemenge kaum größer als im letzten Jahr. Grund ist die verhaltene Ertragserwartung von Coceral.
 
Ähnlich wie in Großbritannien hatten auch in Teilen Frankreichs massive Regenfälle bis weit in den Dezember hinein zunächst die Aussaat verzögert und dann möglichweise auch schon die Pflanzen geschädigt.

Etwas höhere Erträge in Deutschland

Für Deutschland erwartet Coceral - auf Basis eines Flächenzuwachses von etwa drei Prozent auf 3,1 Mio. ha sowie etwas höheren Erträgen - eine Produktion von 23,6 Mio. t und damit eine Mehrproduktion von rund 1,2 Mio. t.
Auch für Dänemark fällt der Produktionszuwachs relativ moderat aus. Italiens Weizenernte wird fast unverändert zum Vorjahr erwartet. Mit dem größten Zuwachs unter den alten EU-Ländern rechnet Coceral für Spanien. Hier hatte eine Trockenheit im letzten Jahr die Produktion deutlich gedrückt.

Mehr Weizen in Osteuropa

Deutlich ausgeprägter als im Westen und Norden des Kontinents ist die Produktionserholung hingegen in Osteuropa. Hier hatten im letzten Jahr neben Auswinterungsschäden (Polen) auch eine ausgeprägte Trockenheit die Erträge reduziert. So rechnet Coceral für Polen, Tschechien , Ungarn, Rumänen und Bulgarien mit einem deutlichen Produktionswachstum gegenüber dem Vorjahr.

Kleinere Produktion im Baltikum

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Im Baltikum fällt die Produktion aufgrund erwarteter Auswinterungsschäden auf nicht mehr mit Schnee bedeckten Flächen im März indessen kleiner aus als 2012.
 
Auch interessant