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Getreide

Copa-Cogeca plädiert für öffentliche Intervention

von , am
02.10.2009

Brüssel - In Anbetracht der Probleme auf den europäischen Getreidemärkten rief Copa-Cogeca die EU-Kommission gestern in Brüssel auf, die öffentliche Intervention schnellstmöglich in allen Mitgliedstaaten freizugeben.

© agrarfoto.com

Die schwierige Situation sei das Ergebnis von zwei guten Welternten mit der Folge, dass die Vorräte weltweit wiederaufgebaut wurden, heißt es in einer Meldung des Verbandes. Ungeachtet hoher Betriebsmittelkosten sei die diesjährige Ernte in der EU-27 mit 285 Millionen Tonnen erneut hoch ausgefallen, nach einer Rekordernte im letzten Jahr. Demzufolge sanken die EU-Getreidepreise auf einen Tiefpunkt - dies gilt insbesondere für die Gerstepreise, die sich mit durchschnittlich 90 bis 92 Euro/Tonne bereits unter dem EU-Interventionspreis bewegen. Mittlerweile seien die Produktionskosten stark ansteigend mit damit einhergehenden Kreditproblemen, während die Nachfrage nach Futtermitteln zurückgegangen ist.

Krise auf den EU-Getreidemärkten annehmen 

Paul Temple, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Getreide" von Copa-Cogeca, betonte dementsprechend: "Wir fordern die EU-Kommission dringend auf, sich der potentiellen Krise auf den EU-Getreidemärkten anzunehmen. Mit der Ernährungssicherheit auf der Agenda und Europa in der Rezession ist es lebenswichtig, dass die Getreideerzeuger darauf vertrauen können, dass ihre Produktion rentabel sein wird. Die weltweiten Lagerbestände sind zwar ansteigend, aber noch relativ niedrig. Produktionsausfälle in diesem Jahr einhergehend mit Witterungsproblemen würden Volatilität und einen Höhenflug bei den Getreidepreisen auslösen. Dies wiederum könnte verheerende Auswirkungen auf die Futtermittelpreise und die Tierhaltung in der EU sowie auf die Lebensmittelpreise für die Verbraucher zu einer Zeit haben, wo Preisstabilität von lebenswichtiger Bedeutung ist."

Anbau unter den Gestehungskosten sei nicht nachhaltig und habe nachteilige Auswirkungen auf essentielle Investitionen und den Umweltschutz, so Temple weiter. "Wir appellieren daher an die EU-Kommission, die Situation voll anzuerkennen und unmittelbar tätig zu werden - insbesondere durch Eröffnung der öffentlichen Intervention." (pd)

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