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Dänemark: Mit Düngeregister und Stickstoffquoten mehr Wasserschutz

Gülle-Schleppschuh
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Karl Bockholt, agrarheute
am
17.04.2019

Die Düngeverordnung sorgt für viel Aufmerksamkeit bei den Lesern von agrarheute. Hier die Antwort auf eine Frage von Gerke Klöpper nach der Ausgestaltung der EU-Nitratrichtlinie in anderen Mitgliedsstaaten.

agrarheute-Leser Gerke Klöpper schrieb wörtlich „Liebes Team, könnt ihr uns, euren Lesern, einmal darüber informieren, warum die EU in Sachen Grundwasserschutz und Düngerecht zumindest gefühlt nur Deutschland im Blick hat? Liegt es tatsächlich daran, dass die Bundesregierung nicht alle zur Verfügung stehenden Messdaten aus unseren Brunnen nach Brüssel meldet?“

Frage: Was tun andere EU-Staaten?

„Wie sieht das Düngerecht in den anderen EU Staaten aus und wie wird es dort umgesetzt? Was tun andere EU-Staaten in diesen Fragen? Welche Maßnahmen haben die Dänen damals konkret umgesetzt, mit denen sie vor die Wand gefahren sind?“

Aus seiner Sicht „sind das wichtige Fragen in diesem existentiellen Thema“. Dabei ist „ihm klar dass das alles sehr umfangreich ist“. Dennoch freue er sich aber grade deswegen „umso mehr über eine entsprechende Berichterstattung“. 

Auf die Leseranfrage von Gerke Klöpper antwortet Alexandra Schönfeld von der Pressestelle im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover. Danach hat die EU „alle Mitgliedstaaten bezüglich der Themen Grundwasserschutz und Düngerecht im Blick. So wurde etwa das Düngerecht in Dänemark bereits vor Jahren angepasst, um Stickstoffeinträge in Gewässern zu verringern.

Antwort: Dänemark differenziert regional

Die Antwort geht auf die Umsetzung des geänderten Düngerechts in Dänemark ein. Demnach habe „Dänemark mit seiner restriktiven Düngepolitik der vergangenen Jahre die Nährstoffeinträge in Gewässer drastisch reduziert“. Dort sei „die Trendumkehr erfolgreich gelungen“, im Kern mit zwei Maßnahmen:

  • Einführung eines Düngeregisters sowie
  • Regulierung der Düngung durch Stickstoff-Quoten.

Mit der verpflichtenden Düngeerklärung und Datenmeldung im zentralen Düngeregister sei in Dänemark „eine umfassende Transparenz der Nährstoffströme geschaffen, die eine systematische Überdüngung der Flächen effektiv verhindert“. An dem System werde auch weiter festgehalten.

Bis 2016 wurden sogenannte N-Quoten je Kultur jährlich festgelegt. Sie legten die maximal zulässige N-Düngungshöhe fest. Diese lag bis zu rund 20 Prozent unter dem Düngungsoptimum, das anhand von Feldversuchen abgeleitet wurde. 

Laut der Antwort aus dem Ministerium hatte die reduzierte Düngung „einerseits positive Auswirkungen auf die Wasserqualität. Andererseits wirkte sich die Düngung unterhalb des Pflanzenbedarfs jedoch negativ auf die Erträge und Qualitäten der Ackerkulturen aus“. 

Seit 2016/17 dürfen Landwirte in Dänemark deswegen wieder pflanzenbedarfsgerecht düngen. Dort wird nun verstärkt darauf gesetzt, Maßnahmen zum Wasserschutz regional zu differenzieren.

agrarheute bleibt dran

Auf die Frage, ob die Bundesregierung nicht alle zur Verfügung stehenden Messdaten aus unseren Brunnen nach Brüssel meldet, hat die Pressestelle nicht geantwortet. Dafür sei das Umweltministerium zuständig. Das will nach Ostern Antworten senden.

Wie das Düngerecht in den anderen EU Staaten aussieht und was zum Beispiel Frankreich, England, Österreich oder die Niederlande in diesen Fragen tun, darauf kam auch keine Antwort aus dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Dafür seien das Bundesministerium zuständig oder eben die entsprechenden EU-Mitgliedsstaaten. agrarheute bleibt auf jeden Fall weiter dran.

Mit Material von Klöpper, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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