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Herbstaussaat zur Ernte 2024

Dauerregen und Hochwasser: So viel weniger Winterungen sind 2023 gesät

Wegen Dauerregen und Überschwemmungen konnte diesen Herbst vielerorts nicht gesät werden. Die <b>Flächen mit Winterweizen</b>haben aktuell in fast allen Bundesländern abgenommen. Die größten Flächenrückgänge gibt es laut Statistischem Bundesamt aktuell wegen nicht befahrbarer Äcker vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern.
Portrait Autor Karl Bockholt 2019
Karl Bockholt, agrarheute
am Samstag, 30.12.2023 - 05:30

Zur Herbstaussaat kamen rund sieben Prozent weniger Weizen in den Boden - so groß sind die Flächenrückgänge bei Wintergetreide und Raps vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern.

Im nassen Herbst 2023 konnten die Landwirte vielerorts nichts säen, weil sie wegen des Dauerregens nicht passend auf die Flächen kamen. Bei Wintergetreide insgesamt war die deutsche Aussaatfläche laut Statistischem Bundesamt diesen Herbst 196.500 ha kleiner als zuletzt. 

So wurde insgesamt knapp vier Prozent weniger Winterweizen, Wintergerste, Roggen, Triticale und Getreidegemenge gedrillt. Insgesamt liegt die Fläche laut Destatis bei 4,9 Mio. ha Wintergetreide für die kommende Ernte 2024.

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So hoch sind die Rückgänge bei Herbstsaaten von Winterungen

Die Aussaatfläche von Winterweizen als wichtigster Getreideart hat sich sogar um 7,3 Prozent verringert, um 203.800 ha auf 2,6 Mio. ha. So hoch sind die Rückgänge bei den Herbstsaaten: 

  • Wintergetreide gesamt minus 3,9 Prozent, 
  • Winterweizen minus 7,3 Prozent, 
  • Raps minus 4,7 Prozent, 
  • Roggen minus 4,4 Prozent, 
  • Triticale wie Vorjahresniveau.

Vielerorts überschwemmte Böden erschwerten die Weizensaat

Eine Abnahme der Flächen mit Winterweizen ist in allen Bundesländern zu beobachten, außer im Saarland. Die größten Flächenrückgänge in absoluten Werten sind hier zu erkennen: 

  • Niedersachsen mit minus 58.400 ha oder minus 16,6 Prozent, 
  • Schleswig-Holstein mit minus 31.300 ha oder minus 20,9 Prozent, 
  • Bayern mit minus 23.500 ha beziehungsweise minus 4,8 Prozent. 

Der Rückgang der Winterweizenfläche liegt vor allem am Dauerregen. Seit den geplanten Saatterminen mit regional sehr feuchter Witterung hat es teils immer weiter geregnet und vielerorts geschneit. Die Äcker waren schlicht nicht befahrbar. Weiter dürften laut Destatis „auch die aktuelle Marktlage beim Weizen“ und die neuen Regeln zu EU-Direktzahlungen eine Rolle gespielt haben.

So hoch sind die Rückgänge bei Roggen und Raps

Bei Roggen und Wintermenggetreide geht Destatis von 27.400 ha oder 4,4 Prozent weniger Aussaatfläche aus, so dass 600.700 ha angebaut werden. Triticale wurde demnach auf 333.500 ha gedrillt und bleibt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Bei Wintergerste dagegen ist eine gering vergrößerte Aussaatfläche um 2,5 Prozent oder plus 31.500 ha auf insgesamt 1,3 Mio. ha in Deutschland zu verzeichnen. 

Winterraps haben die Betriebe auf 1,1 Mio. ha gesät. Damit verringert sich die Fläche um 4,7 Prozent oder 54.800 ha. Die hochgerechneten Aussaatflächen zur Ernte 2024 beruhen auf Meldungen freiwilliger Betriebsberichterstatter von Ende November 2023. Nicht enthalten sind Berlin, Bremen und Hamburg. Die Ergebnisse sind vorläufige Anbautendenzen.

Mit Material von Destatis