Login
Getreide

DBV-Erntebericht: Gefahr von Ertragsverlusten steigt

© landpixel
von , am
16.07.2014

Berlin - Recht gut fing die Gerste-Ernte an - bis zum einsetzenden Unwetter. Dies setzt den Beständen zu. Das geht aus dem ersten DBV-Erntebericht hervor. Der Ertrag liegt demnach bei 72 dt/ha, der Preis um 130 bis 150 Euro/t.

Auf fast 90 Prozent der Flächen Deutschlands ist die Gerste nach Angaben des DWD bereits abgeerntet. © landpixel
In Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wurde schon weit mehr als die Hälfte der Gerstenbestände gedroschen. In Baden-Württemberg, Sachsen, Schleswig-Holstein sowie in einzelnen Regionen im äußersten Westen Deutschlands steht dagegen noch mehr als die Hälfte der Wintergerste auf dem Halm. Unter Annahme eines durchschnittlichen Ertrages von 72 Dezitonnen pro Hektar würden insgesamt 8,9 Millionen Tonnen Wintergerste geerntet werden.
 
Ob der Erträge auch auf den verbliebenen Flächen erzielt wird, ist aufgrund der Unwetter der vergangenen Tage derzeit ungewiss. Neben den unbeständigen Erntebedingungen gestaltet sich auch die aktuelle Marktentwicklung kritisch. Mit dem Beginn der Gerstenernte ist der Druck auf die Erzeugerpreise weiter gestiegen. So erzielen Erzeuger je nach Region derzeit nur noch 130 bis 150 Euro pro Tonne Futtergerste. Dies stellte der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem ersten Erntebericht fest, der auf Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Mengen basiert.

Getreideähren sind vielfach abgeknickt

Bis zum Einsetzen der Unwetter waren die Feldbestände nach Angaben des DBV vielfach in einem guten Zustand. Durch den milden Winter und den zeitigen Vegetationsbeginn erreichten die Getreide- und Rapsbestände sogar einen Vegetationsvorsprung von zwei bis drei Wochen. Im Südwesten Deutschlands litten die Kulturen aber unter Trockenheit.
 
Derzeit bereiten den Landwirten die immer wieder auftretenden Unwetter mit Hagel, Starkregen und Sturm große Sorgen. Getreideähren seien vielfach abgeknickt und die Bestände liegen auf dem Boden, sind ins Lager gegangen, wodurch die Gefahr von Ertragsverlusten und Auswuchs steigt, berichtet der DBV.
So ging auch mancher Bestand von Winterraps und Winterweizen durch Starkniederschläge ins Lager und ist von Durchwuchs bedroht. Insbesondere im Winterweizen drohen den Angaben zufolge Qualitätsverluste. Jedoch hat erst in einzelnen Regionen die Ernte von Winterraps und Winterweizen begonnen, sodass die vereinzelten Druschergebnissen noch keine bundesweiten Aussagen zulassen würden.

Wettervorhersage lässt auf erneuten Mähdreschereinsatz hoffen

Angesichts der Wetterprognosen hoffen die Landwirte in den nächsten Tagen auf eine Wiederaufnahme der Erntearbeiten. Nur Trockenheit und Sonnenschein ermöglichen ein abschließendes Abreifen der Getreidebestände und den erneuten Mähdreschereinsatz.
 
Die Wetterprognosen für die kommenden Tage lassen hoffen, so der DBV: "Die Bauern wollen endlich ihre Gerstenernte einholen. Denn nach dem frühen Start mussten die Erntearbeiten in weiten Teilen Deutschlands aufgrund des Unwetters mit Hagel und Starkregen unterbrochen werden."

Vegetationsreport: Jetzt Rapsbestände checken

Auch interessant