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Getreide

DBV-Erntegespräch mit intensiver Diskussion zum Getreidemarkt

von , am
08.09.2011

Berlin - Gut 50 Landwirte und Verarbeiter nutzten die auch in diesem Jahr vom Bauernverband angebotene Diskussionsplattform, um gemeinsam eine Bilanz der Ernte 2011 zu ziehen.

Landwirte, Handel und Verarbeiter ziehen gemeinsam Bilanz der Ernte 2011. (Jürgen Hirschfeld, Landwirt, Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V.) © DBV
"Durch die gute Zusammenarbeit von Landwirten, Händlern und Verarbeitern bei der zu bewältigenden Erntelogistik konnten noch größere Ernte- und Qualitätsverluste vermieden werden." Dies betonte Dr. Klaus Kliem, Vorsitzender des Fachausschusses für Getreide im Deutschen Bauernverband (DBV) und Präsident des Thüringer Bauernverbandes, anlässlich des DBV-Erntegesprächs in Berlin.
 
Die logistische Meisterleistung müsse nun fortgesetzt werden, um die Qualitäten, egal ob Brot- oder Futtergetreide, dahin zu transportieren, wo sie von der aufnehmenden Hand gebraucht würden, betonte Dr. Kliem. 

Konstruktive Lösungen finden

Zudem sei es notwendig, auch in diesem Jahr wieder konstruktive Lösungen zwischen Landwirten und Händlern zu finden, wenn kontrahierte Ware nicht in der vereinbarten Menge und Qualität geliefert werden könne. Seitens der Verarbeiter fand der hohe Einsatz der Landwirte für die Erhaltung der Brotgetreidequalitäten positive Erwähnung. Der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, Wolfgang Vogel, appellierte an die Landwirte, durch ackerbauliche Maßnahmen und Fruchtfolgen wieder stärker dafür sorgen, die Bodenqualität zu erhalten. Anderenfalls könnten hohe Erträge und Qualitäten nicht nachhaltig produziert werden. Die Teilnehmer konnten sich einen Überblick über die Versorgung mit Getreide und Ölsaaten in der EU-27 sowie weltweit verschaffen.

EU-Markt und die Schwarzmeerregion

Einen Schwerpunkt bildeten dabei das Potenzial der Schwarzmeerregion und der von dieser Region ausgehende Einfluss auf den europäischen Getreide- und Ölsaatenmarkt. Das Handelshaus Alfred C. Toepfer International aus Hamburg kam zu der Einschätzung, dass ein höheres Angebot aus der Schwarzmeerregion aufgrund der steigenden Nachfrage den heimischen Landwirten keine Sorgen bereiten müsse. Bei der zunehmend schwieriger einzuschätzenden Preisentwicklung stieß auch das Preisabsicherungsmodell LANDEA von der BayWa als Ergänzung zu einem herkömmlichen physischen Kontrakt auf ein hohes Interesse bei den Diskussionsteilnehmern.
 
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