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Getreide

Deutschland: Größere Getreideernte erwartet

von , am
09.03.2012

Nach Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes wird 2012 eine größere Ernte für alle wichtigen Getreidearten erwartet. Vor allem die Roggenproduktion könnte um ein Viertel zulegen.

© Burkhardt Trautsch/aboutpixel.de
Die deutsche Getreideernte wird 2012 bei allen wichtigen Getreidearten größer ausfallen als im letzten Jahr. Lediglich die Maisernte bleibt etwas hinter dem letztjährigen Rekordergebnis zurück. Das lassen zumindest die Daten und Prognosen der ersten Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) erkennen. Grundlage der Schätzung bilden sowohl die Anbauerhebung des Statistischen Bundeamtes für Wintergetreide als auch die eigenen Erhebungen des DRV.

Winterweizen: Produktion im langjährigen Mittel

Bei Winterweizen geht der DRV auf Basis einer Anbauausweitung von 1,5 Prozent auf 3,22 Millionen Hektar (Mio. ha) und gut vier Prozent höheren Erträgen von einem Produktionszuwachs von etwa sechs Prozent auf 23,6 Millionen Tonnen (Mio. t) aus. Damit würde das Ernteergebnis von 2010 ebenso leicht übertroffen wie der langjährige Durchschnitt (23,4 Mio. t). Nach Einschätzung des DRV haben die extremen Fröste der ersten Februarhälfte das Ertragspotential (insbesondere in Ostdeutschland) zwar begrenzt, größere Schäden sind jedoch nicht entstanden.
 

Wintergerste: Trotz Produktionssprung kein reichliches Angebot

Einen großen Sprung macht 2012 die Produktion von Wintergerste. Hier haben die hohen Preise und das knappe Angebot zu einer Anbauausweitung von 5,5 Prozent auf 1,2 Mio. ha geführt. Die sehr schwachen Erträge des Vorjahres sollen sogar um knapp elf Prozent übertroffen werden, so dass die Erntemenge um 17 Prozent beziehungsweise 1,1 Mio. t auf 7,8 Mio. t wachsen könnte. Damit würde die Produktion allerdings noch immer kleiner ausfallen als 2010 und sogar 15 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt (9,1 Mio. t) bleiben. Eine deutliche Entspannung der Angebotssituation beim wichtigsten Futtergetreide ist damit trotz der Anbauexpansion nicht zu erkennen.

Sommergerste: Produktion stagniert

Den Anbau von Sommergerste könnte nach den Daten des DRV im kommenden Jahr umetwa zwei Prozent auf 431.000 Hektar (ha) zunehmen. Die erwartete Produktion würde mit 2,08 Mio. t in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Im langjährigen Mittel würde die Erntemenge jedoch nicht besonders groß ausfallen. Sowohl die prognostizierte Anbaufläche als auch die erwartete Erntemenge würden 2012 das langjährige Mittel ziemlich deutlich um 13 Prozent beziehungsweise zehn Prozent verfehlen. Offensichtlich schlagen sich die Auswirkungen des hohen Anbau- und Absatzrisikos von Braugerste deutlich in der Anbauentscheidung der Landwirte nieder.
 

Körnermais: Ernte etwas kleiner

Bei Körnermais erwarte der DRV eine im Vergleich zum Vorjahr stabile Anbaufläche von 489.000 ha. Die Erträge werden wohl nicht mehr das absolute Rekordniveau von 2011 erreichen. Wegen dieser hohen Erträge von 107 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) musste das statische Bundesamt die letzte Produktionsschätzung für 2011 immerhin um 14 Pozent auf 5,18 Millionen (Mio.) nach oben setzten. Dieses Ergebnis wird nach Einschätzung des DRV bei der nächsten Ernte um etwa zehn Prozent verfehlt. Mit 95,6 dt/ha und einer Produktionsmenge von 4,67 Mio. t würde die Ernte dennoch 12 Prozent beziehungsweise 0,5 Mio. t über dem langjährigen Mittel liegen.
 

Roggen: Ein Viertel größere Produktion

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Den stärksten Produktionszuwachs aller Getreidearten erwartet man 2012 beim Roggen. Mit einer Anbauausweitung von acht Prozent auf 665.000 ha und 15 Prozent höheren Erträgen könnte man am Ende mit 3,16 Mio. t eine rund 25 Prozent größere Ernte einfahren als 2011. Diese erwartete Produktionsmenge wäre jedoch nicht wirklich ein Produktionsrekord sondern entspricht lediglich dem langjährigen Mittel von 3,2 Mio. t.
 
 
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